· Wachstum & Skalierung

nachhaltig.digital: So gelingt die Zwillingsstrategie

Welche Chancen im Hinblick auf Nachhaltigkeit & Digitalisierung sind kleinen und mittelständischen Unternehmen zwar bewusst, werden aus Mangel an Ressourcen aber (noch) nicht ausgeschöpft? Entdecke Potenziale & Fördermittel für eine Doppeltransformation und mach dich fit für den Wettbewerb von morgen.

Stabile Unternehmensfinanzierung für mehr Selbstbestimmtheit

Gewässer im Regenwald bildet die Form des Icons zum PC Ausschalten als Symbol für Ressourcenschutz durch Green IT.
Green IT bildet für Unternehmen aller Branchen eine Chance für nachhaltige Digitalisierung.

nachhaltig.digital Monitor 2021: So digital nachhaltig ticken KMU

Der nachhaltig.digital Monitor 2021* gibt einen Einblick zum Status Quo der Digitalisierung in kleinen und mittelständischen Unternehmen. Wie digital wirtschaften KMU in Deutschland? Hat Corona einen Digitalisierungsschub bewirkt oder nicht? Der jährliche Report zum Digitalisierungsgrad in Unternehmen stellt u.a. folgende Fragen:

  • Werden Potenziale insbesondere für eine ökologischere Wirtschaftsweise in den Unternehmen erkannt?
  • Wie wird die Digitalisierung in Verbindung mit Nachhaltigkeit umgesetzt?
  • Welche Hürden und welcher Bedarf existiert in kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Umsetzung digitaler Projekte?

Neben der Präsentation aktueller Zahlen und Fakten wollen die Autoren außerdem dazu beitragen, dass Innovationshemmnisse in Unternehmen abgebaut werden, damit sich die Lücke zwischen Wissen und Handeln weiter schließt und Unternehmer/-innen in Zukunft noch stärker betriebliche Chancen proaktiv ergreifen.

Nachhaltig digitalisieren: Lücke zwischen Wissen und Handeln

Laut Monitor 2021 seien die größten Hemmnisse für ein integratives Verständnis und Handeln entlang einer Zwillingsstrategie vor allem:

  1. die fehlende Anregung durch Praxisbeispiele (63 %), wie die Digitalisierung positiv auf eine ökologischere Wirtschaftsweise einwirken kann,
  2. der Mangel an Lösungsansätzen (58 %) sowie
  3. ein Mangel an Inspiration (56 %).

* Im Auftrag von nachhaltig.digital führte das unabhängige Marktforschungsinstitut produkt+markt im Zeitraum vom 11. Januar bis 01. Februar 2022 insgesamt 500 Telefoninterviews (CATI) mit Entscheider/-innen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Die Auswahl der interviewten Personen erfolgte randomisiert und per zuvor festgelegter Quote (20-40 % je definierter Unternehmensgröße). Diese Quotierung sichert die Repräsentativität. Die vollständige Studie nachhaltig.digital 2021 steht online zum Download bereit.

Grafik mit Liste an Bedarfen kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Umsetzung einer digital-nachhaltigen Zwillingsstrategie.
Unternehmen brauchen bei der Digitalisierung Unterstützung. © nachhaltig.digital Monitor 2021

Die zentralen Erkenntnisse des nachhaltig.digital Monitor 2021

1. Schwankende Selbsteinschätzung zum Digitalisierungsgrad 

Beim Digitalisierungsgrad verorten sich Unternehmen solide im Mittelfeld, insbesondere in kleinen bis mittleren Unternehmen ging der Digitalisierungsgrad im Vergleich zum Vorjahr allerdings zurück. Während knapp die Hälfte der Kleinstunternehmen sich eine hohe Digitalexpertise zuschreibt, ist die Anzahl der genutzten Technologien bei kleineren Unternehmen rückläufig.

2. Weniger Berührungsängste mit digitalen Technologien

Für den Einsatz von digitalen Technologien sehen mittelständische Unternehmen zunehmend deutlich weniger Hemmnisse. Das zentrale Hemmnis ist der unklare Praxisbezug für den Einsatz digitaler Technologien. Neben finanzieller Unterstützung sei es notwendig, entsprechende Lösungen und Potenziale für Unternehmen nachvollziehbar aufzuzeigen.

3. KMU mit Innovationshemmnissen brauchen Unterstützung

Ein Drittel aller Unternehmen beklagt Hemmnisse bei der Umsetzung von Nachhaltigkeit oder digitalen Innovationen. 

4. Mangel an digitalem Know-how & Wege der Qualifizierung

Fehlendes Know-how und Qualifizierungsmaßnahmen gelten befragten Unternehmen als konkrete Hürden für den Einsatz digitaler Innovationen (55 %) und die Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten (44 %). 62 Prozent benötigen Kompetenzen und Know-how für den Einsatz von Digitalisierung im Sinne einer ökologischeren Wirtschaftsweise.

5. Potenziale der Digitalisierung weniger präsent als noch 2020

Die Potenziale der Digitalisierung sind 2021 weniger präsent als noch 2020: Nur noch knapp die Hälfte aller befragten Unternehmen sieht die Chancen. Das größte Potenzial liegt in effizienterem Ressourceneinsatz, besserem Zugang zu Know-how und flexiblerem Arbeiten.

6. Nachhaltigkeitsaspekte nur für ein Drittel der Unternehmen Priorität 

Die Pandemie hat nur bei der Hälfte aller Unternehmen einen tatsächlichen Digitalisierungsschub ausgelöst, der über die Flexibilisierung der Arbeit (Homeoffice-Pflicht) hinausgeht. Nachhaltigkeitsaspekte sind bislang nur für ein Drittel der Unternehmen Leitprinzip.

7. Verantwortlichkeiten werden geschaffen, aber teilweise in Silos gedacht

Mittlere Unternehmen schaffen vermehrt Zuständigkeiten für Nachhaltigkeit und Digitalisierung, jedoch ohne gemeinsame Schnittstelle: Beide Themen werden zunehmend getrennt behandelt (Silodenken). Das erfordert ein Umdenken im Mittelstand hin zu mehr Kollaboration und Netzwerken. Die Ausnahme bilden kleine Unternehmen (Personalmangel). 

8. Lücke zwischen Wissen und Handeln weiter schließen

Um die Innovationskraft der Digitalisierung zu nutzen, komme es jetzt darauf an, die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu schließen: Ein Großteil der Unternehmen erkenne zwar die Nachhaltigkeitspotenziale von Digitalisierung, setze diese allerdings noch nicht um.

Erstelle einen Digitalisierungsfahrplan:

go-digital: Fördermittel für IT-Sicherheit und digitale Geschäftsmodelle

Kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und das Handwerk sind die Zielgruppe des Förderprogramms go-digital. Investitionen in die IT-Sicherheit, digitale Geschäftsprozesse oder die Erschließung neuer Märkte musst du nicht allein schultern. Wir erklären Anspruchsvoraussetzungen, Förderhöhe und Antragstellung im Förderprogramm go-digital.

Digitalisierung: Herausforderungen erkennen, Chancen nutzen!

Die Mehrheit der kleinen und mittelständischen Unternehmen hat den Handlungsbedarf in der Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten innerhalb der Unternehmensführung erkannt. Die fehlende interne Priorisierung (42 %) war laut der befragten Unternehmer/-innen das geringste Hemmnis bei der Ausrichtung auf nachhaltiges Denken und Wirtschaften.

Die größten Hürden bei der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten sind vielmehr:

  • (zu hohe) Investitionskosten (65 %)
  • Probleme bei der praktischen Umsetzung (65 %)
  • ein unklares Kosten-Nutzen-Verhältnis (61 %) 
  • die Verfügbarkeit nachhaltiger Materialien (58 %)
  • ein fehlendes ganzheitliches Konzept bzw. Know-how (54 %)
  • Qualifizierungsbedarf bei den Beschäftigten (46 %) 

Fördermittel & Zuschüsse für die Digitalisierung finden

Zahlreiche Fördermittel, Zuschüsse und Darlehen für digitale Projekte unterstützen dich bei deiner individuellen Transformation. – Ganz gleich, ob du in neue IT-Infrastrutur investierst, Lieferketten transparenter gestalten willst, mittels KI deine Kundenbeziehungen optimierst oder eine geförderte Maßnahme zur Qualifizierung von Beschäftigten suchst.

Hier findest du einige wichtige bundesweite Förderprogramme zur Realisierung von Digitalisierungsvorhaben in deinem Unternehmen. Überprüfe außerdem die Fördermöglichkeiten für Gründer und Unternehmen in deinem Bundesland

„Digital Jetzt“ Förderprogramm noch bis zum 31. Dezember 2023

Im Förderprogramm „Digital Jetzt“ erhalten antragstellende Unternehmen bis zu 100.000 Euro Zuschüsse für ihre Digitalisierung. Schwerpunkte sind u.a. Investitionen in neue digitale Geschäftsmodelle, Kosten für Hard- und Software, Maßnahmen zur Stärkung der IT-Sicherheit oder die Qualifizierung deiner Beschäftigten.

In monatlich wechselnden Auslosungen auf dem Digital Jetzt Förderportal werden unter den fristgerecht eingereichten Bewerbungen jeweils Projekte ausgewählt bis die Fördersumme erschöpft ist.

Die nächsten Termine zum Einreichen der Antragsunterlagen über das Digital Jetzt Förderportal sind: Ende des laufenden Teilnahmezeitraums am 31. Juli 2022 16:00 Uhr für den Antragszeitraum 2. Aug. 2022 08:00 - 31. Aug. 2022 16:00 / nächstfolgender Teilnahmezeitraum vom 2. Aug. 2022 08:00 Uhr bis 31. Aug. 2022 16:00 Uhr für den Antragszeitraum 2. Sep. 2022 08:00 Uhr bis 30. Sep. 2022 16:00 Uhr usw. siehe dort fortlaufend aktualisiert.

go-digital Beratungsförderung

Externe Beratungsleistungen zur Vorbereitung und Planung von Investitionen in die IT-Sicherheit, digitale Geschäftsprozesse oder die Erschließung neuer Märkte fördert das Programm go-digital in drei Schwerpunkt-Modulen. Neu seit Januar 2022 ist die Förderung in zwie weiteren Modulen: Datenkompetenz und Digitalisierungsstrategie. Nicht mehr förderbar seit Januar 2022 ist allerdings z. B. die erstmalige Erstellung oder die Anpassung einer bestehenden Webseite. 

Eine Beratungsförderung erhalten können kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (KMU) einschließlich des Handwerks mit technologischem Potenzial. 

Maximal 30 Beratertage sind förderfähig

Die Förderquote von go-digital liegt bei 50 Prozent auf die jeweiligen Netto-Ausgaben. Es wird ein Beratertagessatz von maximal 1.100 Euro (ohne Umsatzsteuer) anteilig gefördert.

Die in der Vergangenheit mögliche Kombination von Haupt- und Nebenmodulen ist ab 2022 ebenfalls entfallen. Es gibt nur noch Hauptmodule und somit kann ein Projekt in einem Modul (inklusive IT-Sicherheit-Pflichtberatung) auch die maximale Anzahl an 30 Beratertagen umfassen.

Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW

Der ERP Digitalisierungs- und Innovationskredit fördert mittelständische Unternehmen, Frei­berufler/-innen sowie
junge Unter­nehmen in Gründung. Bis zu 100 Prozent der förderfähigen Finanzierungsbedarfe im Zusammenhang mit einem Digitalisierungs- und Innovations­vorhaben werden bewilligt.

Der Kreditmindestbetrag beträgt 25.000 Euro. Die maximale Kreditsumme pro Digitalisierungsvorhaben beläuft sich auf bis zu 25 Mio. Euro. Auf Wunsch übernimmt die KfW 70 Prozent des Kredit­ausfall­risikos, die restlichen 30 Prozent entfallen auf deine Hausbank bzw. den gewählten Finanzierungspartner. So sollen auch Gründer/-innen und junge Unternehmen mit wenig Sicherheiten von einem zinsgünstigen Darlehen profitieren.

Details zum Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW

Digitalisierungs- und Innovations­kredit mit Nullzins

BMWi und KfW verbessern die Kreditkonditionen: Investitionen und Betriebsmittel für Digitalisierungsvorhaben, IT-Sicherheit und innovative Entwicklungen fördert der ERP Digitalisierungs- und Innovationskredit jetzt mit "Nullzinsen". Mittelständische Unternehmen, Frei­berufler und junge Unter­nehmen in Gründung sind antragsberechtigt.

Nachhaltigkeit & Digitalisierung als Chance: Fazit

Schließe die Lücke zwischen Wissen und Handeln und finde zunächst heraus, welche Digitalisierungsstrategien und neuen Technologien für dein Unternehmen und deine Branche nützlich sind. Erkunde z.B. die nachhaltig.digitalen Bausteine. Hier findest du eine große Bandbreite an Ressourcen und Informationen als erste Antwort auf die im Monitor identifizierten Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Unternehmen. 

Mach dich fit für den Wettbewerb von morgen und erhalte Tipps & Informationen rund um Maßnahmen zur praktischen Digitalisierung, darunter u.a.:

  • Tipps für eine bedarfs- und nutzenorientierte Digitalisierungsstrategie
  • Wissensnetzwerke & Kooperationen zum Bündeln von relevantem Know-how (intern & extern)
  • Wie du ein Bewusstsein für Corporate Digital Responsibility (CDR) schaffst z.B. beim Umsetzen der Zwillingsstrategie (u.a. Datenmanagement und Datensicherheit)
  • Zirkuläres Wirtschaften zur Einsparung von Rohstoffen und Reduzierung von (Import)-Abhängigkeiten gegenüber Rohstofflieferanten
  • Tipps für eine zirkulär ausgerichtete Baubranche (Altgebäude dienen als Ressourcen für den Neubau; Abschied vom take-make-waste-Verfahren und Hinwendung zur Wiederverwendung von Materialien; zwei wichtige Technologien für die Transformation hin zu einer zirkulären Baubranche sind das Building Information Modelling (BIM) und das Materialkataster. Beides findet bereits praktische Anwendung)
  • Smart Grid (intelligente Stromnetze)
  • Sensorik und Sensoren-Messergebnisse zur präzisen Steuerung von Prozessen, für mehr Transparenz in der Wertschöpfungskette und für die verbesserte Wartung von Bauteilen
  • Additive Herstellung von Werkstücken durch 3D-Druck 
  • Digitale Datenerfassung- und Datenmanagement (z.B. zum Monitoring und Abstimmen von Materialströmen und Energieprozessen; Anbindung von Maschinen und Produktionsmaterialien an IT-Systeme - Enterprise Ressource Planning (ERP) und Manufacturing Execution Systeme (MES) - ermöglicht den transparenten Informationsaustausch zwischen verschiedenen Gewerken und Phasen des Lebenszyklus und ist Grundlage für Optimierung des Ressourceneinsatzes)
  • Digitale Zwillinge (= das Abbild eines realen Produktes, Objektes oder Prozesses im Digitalen. Ein digitaler Zwilling schlägt eine Brücke zwischen der realen und der virtuellen Welt. Es ist dabei nicht relevant, ob es sich um ein materielles oder immaterielles Gegenstück handelt und ob dieses bereits existiert oder sich in der Planung befindet. Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielseitig und erstrecken sich auf verschiedenste Branchen; mithilfe eines digitalen Zwillings können Kosten gesenkt, (Ressourcen-)Effizienz gesteigert und Prozesssteuerungen optimiert werden.)
Grafik mit prozentualer Verteilung der Digitalisierungspotenziale in kleinen und mittleren Unternehmen.
© nachhaltig.digital Monitor 2021

Zukunft (sicher) gestalten:

Nachhaltigkeit und Digitalisierung: Wirkungsvoll wachsen mit der Zwillingsstrategie

Die Corona-Krise stellt viele Geschäftsmodelle auf den Prüfstand. Gelingt es Unternehmen, sowohl Nachhaltigkeit als auch die digitale Transformation in einer Doppelstrategie voranzutreiben, wirst du gestärkt aus der Krise hervorgehen. Fünf strategische Schritte für dein wirkungsvolles Wachstum.

Die wichtigsten Zukunftstechnologien für Deutschland

Wie können deutsche Unternehmen im »Fortschrittsjahrzehnt« nachhaltiges Wachstum erzeugen? KfW Research und das Fraunhofer-Institut für Innovations- und Systemforschung (ISI), Karlsruhe haben die wichtigsten Zukunfts­technologien aus deutscher Sicht ermittelt. Erfahre hier, welchen Technologien in den nächsten 5 bis 10 Jahren eine hohe Marktrelevanz zuteil werden wird.

Cyberkriminalität: Tipps für deinen IT-Basisschutz

Mir passiert das nicht! Mich wird keiner hacken. Ich habe nichts/wir sind zu klein. – Kommen dir diese Sätze bekannt vor? Im Gastbeitrag und Webinar erklärt Daniel John Ferris, zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) warum die Gefahr von Hackerangriffen auch für kleine Unternehmen eine reale Bedrohung ist und wie du dich am besten schützen kannst.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

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