· Wachstum & Skalierung

Studie: Digitalisierung überfordert Beschäftigte

76 Prozent der Arbeitnehmer weltweit glauben, dass sie nicht über die nötigen Fertigkeiten verfügen, um in der digitalen Arbeitswelt von morgen erfolgreich zu bestehen. Mach Digitalisierung zur Chefsache und nutze gezielte Förderprogramme wie „Digital Jetzt“ und die Qualifizierungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit.

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Digitale Fertigkeiten sind Schlüsselkompetenz für Arbeitswelt der Zukunft

Global Digital Skills Index: Digitalisierung am Arbeitsplatz

Damit die Digitalisierung gelingen kann, sollten Chefs darauf achten, dass alle im Team vom Effizienzversprechen profitieren und ausreichend geschult werden im Umgang mit neuen Technologien. Aktuelle Studienergebnisse zum Digitalisierungsgrad unter Beschäftigten bekräftigen dies.

Mehr als 23.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus 19 Ländern bat der Digital Skills Index kürzlich um eine Selbsteinschätzung. Beschäftigte gaben Auskunft zu u.a. den folgenden Fragen:

  • Fühlen Sie sich ausreichend gerüstet für die Fertigkeiten, die jetzt bzw. in den nächsten 5 Jahren am Arbeitsplatz benötigt werden?
  • Wie würden Sie Ihr Kompetenzniveau in Bezug auf 14 digitale Fähigkeiten am Arbeitsplatz einstufen?
  • Wie würden Sie Ihr Kompetenzniveau in Bezug auf 6 alltägliche digitale Fähigkeiten einschätzen?
  • Haben Sie Zugriff auf Lernressourcen zum Erlernen von wichtigen Fähigkeiten für die digitale Arbeitswelt?
  • Lernen Sie aktiv oder bilden Sie sich weiter, um die digitalen Fähigkeiten zu erwerben, die jetzt und/oder in den nächsten 5 Jahren am Arbeitsplatz benötigt werden?

33 von 100 Punkten: Digitalisierung am Arbeitsplatz ist ausbaufähig

Anhand der ermittelten Ergebnisse liefert der Global Skills Index ein aktuelles Stimmungsbild zur digitalen Expertise von Beschäftigten in einzelnen Alters- und Erfahrungsgruppen. Auf einer Skala von maximal 100 Punkten erhält zugleich jedes an der Studie beteiligte Land seinen eigenen Digitalisierungsgrad. Dieser Wert schwankt stark im internationalen Vergleich und bewegt sich zwischen 63 und 15 Punkten. Der globale Durchschnittswert des Salesforce Index beträgt derzeit nur 33 von 100 Punkten. Für Deutschland fällt diese Zahl noch geringer aus und liegt bei 25 Punkten.

Corona-Krise als Digitalisierungsbeschleuniger

Es bestehe jedoch Anlass zu Zuversicht. Schließlich habe nicht zuletzt die Corona-Pandemie zu einem nie dagewesenen Quantensprung für die Digitalisierung vieler Unternehmen geführt und die Notwendigkeit digitaler Fertigkeiten u.a. in einer kontaktbeschränkten Welt nachdrücklich vor Augen geführt. 

Die wichtigsten Ergebnisse des Global Digital Skills Index 2022

  1. Digitale Zukunft braucht Teilhabe: Fast drei Viertel der Befragten (73 %) des Global Digital Skills Index fühlen sich nicht gerüstet, um die digitalen Fähigkeiten zu erwerben, die ihr Unternehmen aktuell benötigt. Ein noch größerer Anteil der Beschäftigten (76 %) sorgt sich um die Zukunft und fühlt sich nicht genügend ausgebildet für die Anforderungen an eine digitalisierte Arbeitswelt von morgen.  
  2. 82 Prozent der Beschäftigten planen Weiterbildung: Dass die Digitalisierung den eigenen Arbeitsbereich in Zukunft entscheidend verändern wird, steht für die große Mehrheit von 82 Prozent der Befragten außer Zweifel. Sie möchten sich deshalb in den nächsten fünf Jahren entsprechend weiterbilden. 
  3. Nur 28 Prozent qualifizieren sich aktiv: Lediglich 28 Prozent der Befragten sind bereits aktiv in Lern- und Schulungsprogrammen für digitale Fertigkeiten involviert.
  4. Generation Z (31 Prozent) + Millenials (23 Prozent) am lernwilligsten: Wenn es darum geht aktiv mit Entwicklungen Schritt zu halten, sind laut Digital Skills Index Angehörige der Generation Z und Millenials anderen Jahrgängen voraus, schätzen ihre Digitalkompetenz am Arbeitsplatz jedoch geringer ein. Zwar gaben mehr als zwei Drittel aller Befragten der Generation Z (64 %) an, über fortgeschrittene Fähigkeiten in den sozialen Medien zu verfügen – was das Stereotyp der digitalen Fertigkeit unter der jüngeren Generation unterstützt – aber nur weniger als ein Drittel (31 %) glaubt, über die erforderlichen fortgeschrittenen Fähigkeiten zu verfügen, die jetzt und in Zukunft von Unternehmen benötigt würden.
  5. Babyboomer haben den größten Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung: Angehörige der Babyboomer-Generation haben laut Digital Skills Index den größten Nachholbedarf in Sachen digitale Weiterbildung (nur 12 Prozent sind bereits in Weiterbildungen aktiv) bei gleichzeitig verhaltener Einschätzung der eigenen digitalen Fertigkeiten insgesamt (nur 30 Prozent).

Social Media ist noch keine digitale Arbeitsplatzkompetenz

Laut Salesforce-Index gelten Fertigkeiten zur Nutzung von Collaboration-Technologien als die wichtigste digitale Arbeitsplatzkompetenz aktuell sowie in den nächsten fünf Jahren. Kollaborative Technologien bezeichnen Tools und Systeme, die darauf ausgelegt sind, die Zusamenarbeit im Team zu erleichtern. 

Trotz vorhandener Kompetenz im Umgang mit alltäglichen Collaboration-Technologien wie z.B. Social Media trauten sich einen fortgeschrittenen Umgang mit effizienzsteigernden Tools, wie sie im professionellen Umfeld zum Einsatz kommen, nur 25 % der Befragten weltweit zu. An diesem Schmerzpunkt sollten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit geförderten Qualifizierungsmaßnahmen ansetzen. 

Geförderte Weiterbildung im Rahmen von Kurzarbeit im Jahr 2022

Erleichtertes Kurzarbeitergeld wird erneut verlängert

Das Bundesarbeitsministerium verlängert die Bezugsdauer für das erleichterte Kurzarbeitergeld befristet noch bis zum 30. Juni 2022. Damit sollen Beschäftigungsverhältnisse in besonders betroffenen Branchen wie der Gastronomie oder im Eventbereich auch im 2. Quartal gesichert werden. Alle Konditionen im Überblick.

Digitale Fertigkeiten ausbilden: Chancen für Unternehmen

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die aktiv in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zum Erwerb digitaler Kompetenzen investieren, machen ihr Unternehmen zukunftsfest. Neben Steuervorteilen für die betriebliche Weiterbildung bietet der Gesetzgeber je nach Vorsituation unterschiedliche Fördermöglichkeiten für die berufliche Qualifizierung an. 

Betriebliche Weiterbildung für Beschäftigte in Kurzarbeit

Die zunächst nur bis zum 31. März geltenden erleichterten Bedingungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld hat die Bundesregierung im Februar noch einmal bis Ende Juni 2022 verlängert. Demnach erhalten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge auch nach dem 31. März weiterhin zur Hälfte erstattet, sofern die Kurzarbeit mit einer Qualifizierung (z.B. zur Ausbildung digitaler Fertigkeiten) verbunden ist. Die Erstattung der Lehrgangskosten übernimmt die Bundesagentur im Fall von Kleinstunternehmen (bis 10 Beschäftigte) zu 100 Prozent.

Für die Anerkennung einer solchen betrieblichen Weiterbildung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • die Weiterbildung wird während der Kurzarbeit begonnen
  • Bildungsträger und Maßnahme sind nach dem SGB III zugelassen/zertifiziert

Gefördert werden können grundsätzlich alle Beschäftigten – unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße. Weiterbildungsmaßnahme und durchführender Bildungsträger müssen durch eine fachkundige Stelle zugelassen sein.

Digitalisierung im Unternehmen fördern mit DIGITAL JETZT 

Das Förderprogramm „Digital Jetzt“ bietet auch 2022 neue Fördermöglichkeiten für Selbstständige Freiberufler und kleine Unternehmen aller Branchen, die in die Digitalisierung und Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens investieren wollen. „Digital Jetzt“ besteht im Kern aus zwei Fördermodulen, in denen das BMWK anteilige Zuschüsse vergibt. Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 EUR pro Unternehmen,

Gefördert werden:

  • Modul I: Investitionen in digitale Technologien sowie
  • Modul II: Investitionen in die Qualifizierung von Beschäftigten zu Digitalthemen.

Zuschüsse für Digitale Projekte. IT-Sicherheit & digitale Kompetenzbildung

In Fördermodul I erhältst du u.a. Zuschüsse für Investitionen in Soft- und Hardware, insbesondere für die interne und externe Vernetzung deines Unternehmens. Das können Datengetriebene Geschäftsmodelle sein, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Big Data, Sensorik, 3D-Druck sowie Investitionen in IT-Sicherheit und Datenschutz.

Gegenstand der Förderung in Modul II sind Investitionen in die Qualifizierung der Mitarbeitenden, darunter Ausgaben für Weiterbildungsmaßnahmen im Rahmen der Umsetzung einer digitalen Strategie im Unternehmen. Kompetenzbildung zu Fragen der IT-Sicherheit und zum Thema Datenschutz sind ebenfalls förderfähig.

DIGITAL JETZT: Förderantrag stellen

Für die nächste Ziehung im monatlichen Losverfahren von „Digital Jetzt“ am 1. April 2022 kannst du noch bis zum 31. März den Förderantrag stellen. Anschließend finden weitere monatliche Auslosungen mit jeweils vorgelagerten Zeitfenstern zur Registrierung im Förderportal bzw. Einreichung deiner Antragsunterlagen statt.

Weitere Termine im Förderprogramm „Digital Jetzt“
  • Ziehung am 1. Mai: Teilnahmezeitraum 2. Apr. 2022 08:00 - 30. Apr. 2022 16:00
  • Ziehung am 1. Juni: Teilnahmezeitraum 2. Mai 2022 08:00 - 31. Mai 2022 16:00

Digitalisierung & Weiterbildung im Unternehmen fördern

„Digital Jetzt“: Digitalisierungsförderung sichern

Bis zu 100.000 Euro Zuschüsse für die Digitalisierung kleiner Unternehmen bietet das Investitionsprogramm „Digital Jetzt“. Erhalte Fördermittel für neue digitale Geschäftsmodelle, Investitionen in Hard- und Software, IT-Sicherheit oder die Qualifizierung deiner Beschäftigten. Das sind die Förderbedingungen von „Digital Jetzt“.

go-digital: Fördermittel für IT-Sicherheit und digitale Geschäftsmodelle

Kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und das Handwerk sind die Zielgruppe des Förderprogramms go-digital. Investitionen in die IT-Sicherheit, digitale Geschäftsprozesse oder die Erschließung neuer Märkte musst du nicht allein schultern. Wir erklären Anspruchsvoraussetzungen, Förderhöhe und Antragstellung im Förderprogramm go-digital.

Fünf digitale Tools für mehr Effizienz im Unternehmen

Finde digitale Werkzeuge für dein Projektmanagement, Kommunikation und Marketing oder zur Pflege deiner Kundenbeziehungen. Digitale Tools erleichtern den Betriebsalltag von Wachstumsunternehmen und dezentralen Teams. Behalte den Überblick über große Datenmengen, messe den Erfolg deiner Marketingmaßnahmen oder erfahre in Echtzeit, was Kunden sich wünschen.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

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