· Wachstum & Skalierung

Die zehn wichtigsten Technologie-Trends für 2023

Von Adaptive KI bis Wireless Value erfährst du hier die zehn wichtigsten Technologie-Trends für 2023 und wie du diese nutzen kannst, um deine strategischen Ziele zu erreichen.

Strategisch wachsen in 2023

Roboter und junge Frau von Angesicht zu Angesicht.
Adaptive KI ist einer der wichtigsten Tech Trends für 2023.

Technologie-Roadmap 2023: So erreichst du deine Ziele

Die Zukunftsforscher von Gartner untersuchen regelmäßig die wichtigsten Technologie Trends für Unternehmen sowie deren potenzielle Auswirkungen für spezifische Strategien, beispielsweise zur Steigerung des Umsatzes, zur Beschleunigung der Digitalisierung, zur Maximierung des Wertes von Daten oder zum Schutz und Aufbau deiner Marke. 

Die folgenden Trends könnten je nach Digitalisierungsgrad ein Risiko oder eine Chance für dein Unternehmen darstellen. Nach eingehender Beschäftigung mit dieser Liste bist du in der Lage deine eigene individuelle Technologie-Roadmap zu erstellen, um eine Reihe von strategischen Zielen zu erreichen. 

Die 10 wichtigsten Technologie-Trends für 2023 im Überblick

  1. Digital Immune System
  2. Applied Observability
  3. KI-Vertrauens-, Risiko- und Sicherheitsmanagement (AI TRISM)
  4. Cloud-Plattformen für die Industrie
  5. Platform Engineering
  6. Wireless-Value Realization
  7. Super-Apps
  8. Adaptive KI 
  9. Metaverse 
  10. Nachhaltige Technologie

So beeinflussen die Technologie-Trends den Geschäftsalltag von Unternehmen in den kommenden drei Jahren:

1. Digital Immune System

Digital Immune System bezeichnet das Erstellen von Systemen, die skalierbar, sicher und stabil sind. Durch die Kombination mehrerer Softwareentwicklungsstrategien können Unternehmen so eine verbesserte Kundenzufriedenheit erzielen. Digital Immune System liefert widerstandsfähige Systeme, die Betriebs- und Sicherheitsrisiken mindern. Dies gelinge durch Beobachtbarkeit, Automatisierung und extremes Design und Testen. Unternehmen seien durch den Einsatz einiger dieser Technologien in der Lage, Ausfallzeiten um bis zu 80 Prozent zu reduzieren. 

2. Applied Observability

Das Konzept der angewandten Beobachtbarkeit ist nicht neu, wird jedoch in vielen Unternehmen noch nicht ausreichend praktiziert.  Dabei ist die Grundlage von Applied Observability in allen Unternehmen vorhanden: Daten! Unternehmen, die es schaffen, mithilfe von KI sämtliche im Unternehmen vorliegenden Daten zu analysieren und Empfehlungen zu geben, könnten in Zukunft schnellere und präzisere Entscheidungen treffen. Dabei gehe es laut Gartner um das Sammeln von Daten über getroffene Entscheidungen, das Sammeln von Daten über den Kontext, in dem die Entscheidungen getroffen wurden, sowie das Anwenden von Analysen auf den Kontext, um eine Rückkopplungsschleife zu schaffen. 

3. KI-Vertrauens-, Risiko- und Sicherheitsmanagement (AI TRISM)

Das Kürzel "AI TRiSM" steht für AI (T)rust, (Ri)sk, & (S)ecurity (M)anagement; Vertrauens-, Risiko- und Sicherheitsmanagement. AI TRiSM unterstützt demnach KI-Modell-Governance, Vertrauenswürdigkeit, Fairness, Zuverlässigkeit, Robustheit, Wirksamkeit und Datenschutz. Es kombiniert Methoden zur Erklärung von KI-Ergebnissen, zum schnellen Einsatz neuer Modelle, zum aktiven Management der KI-Sicherheit und zur Kontrolle von Datenschutz und ethischen Fragen.

4. Cloud-Plattformen für die Industrie

Das Herz aller IT-Trends sind Plattformen in der Cloud! Industrielle Plattformen in der Cloud kombinieren Software-as-a Service- (SaaS), Platform-as-a-Service- (PaaS) und Infrastructure-as-a-Service-Konzepte (IaaS) mit maßgeschneiderten, branchenspezifischen Funktionen, mit denen sich Unternehmen leichter an Veränderungen in ihrer Branche anpassen können. Wichtig für kleine Unternehmen ist hier die Zusammenarbeit mit erfahrenen Business-IT-Spezialisten, welche dafür Sorge tragen, dass die zugrunde liegende Infrastruktur reibungslos funktioniert und du dich auf deine geschäftlichen Ziele konzentrieren kannst. 

5. Platform Engineering

Plattformtechnik bietet eine Reihe von Tools, Funktionen und Prozessen, die so zusammengestellt sind, dass sie von Entwicklern und Endbenutzern leicht genutzt werden können. Sie wird laut Gartner die Produktivität der Endbenutzer erhöhen und die Belastung der Entwicklungsteams verringern. Praktisch gelinge dies z.B. durch Entwicklungsplattformen, die wiederverwendbare Komponenten, integrierte Entwicklungsumgebungen (IDE) und Überwachungswerkzeuge via Self Service bereitstellen. 

6. Wireless-Value Realization

Laut Gartner Trend Report werden bis 2025 rund 60 Prozent der Unternehmen fünf oder mehr drahtlose Technologien nutzen. Zum Vergleich: bereits jetzt nutzen Verbraucher bis zu drei drahtlose Technologien pro Tag. Wireless-Value Realization umfasst die Bereitstellung von drahtlosen Netzwerkservices von allem, einschließlich herkömmlicher Endbenutzer-Computer, Unterstützung für Edge-Geräte, digitale Tagging-Lösungen usw. Solche Netzwerke gehen weit über die reine Konnektivität hinaus und bieten Standort- und andere Echtzeitinformationen sowie Insights aus der Analytik und ermöglichen es den Systemen, die Energie des Netzwerks direkt zu nutzen. 

Bsp. aus der Praxis: Das westaustralische Bergbauunternehmen Albermale hat ein privates 5G-Netzwerk eingerichtet, das es Wissenschaftlern und Ingenieuren ermöglicht, bei Bedarf aus der Ferne auf Systeme zuzugreifen, anstatt vor Ort sein zu müssen:

Das bedeutet, dass Ihr Netzwerk nicht nur ein Kostenfaktor für das Unternehmen ist, sondern dass es sich zu etwas entwickeln kann, das tatsächlich einen Mehrwert oder eine Differenzierung für Ihre Tätigkeit darstellt.

– Gartner

7. Super-Apps

Durch die Entwicklung sogenannter Super-Apps könnten Unternehmen in Zukunft neue Wege zur Kundenansprache beschreiten. Eine Super-App vereint die Funktionen einer App, einer Plattform und eines Ökosystems in einer Anwendung und bietet darüber hinaus auch eine Plattform für Dritte, auf der diese ihre eigenen Miniapps entwickeln und veröffentlichen können. Dadurch seien interessante Kooperationen möglich, die laut Gartner bei einem frühzeitigen Einstieg Wettbewerbsvorteile u.a. in den Bereichen Finanzen und Gesundheit sichern können.

8. Adaptive KI

Adaptive KI geht Hand in Hand mit Digital Immune System und AI TRISM. Sobald Unternehmen intern ein funktionierendes Datenerhebungs- und Management-System integriert hätten, sei der Umstieg auf adaptive KI empfehlenswert. Adaptive KI nutzt Echtzeit-Feedback und anpassungsfähige Lernalgorithmen, um Modelle kontinuierlich neu zu trainieren und in Laufzeit- und Entwicklungsumgebungen auf der Grundlage neuer Daten und korrigierter Ziele zu lernen. So können diese sich schnell an veränderte reale Umstände anpassen. Hinzu kommt die Fähigkeit, die Ausgabe der Algorithmen für den Benutzer in einer kontinuierlichen Weise zu personalisieren, um so individualisierte Angebote bereitzustellen.

9. Metaverse

Das Metaverse vereint viele bestehende und neuartige Technologien, darunter z.B. digitale Infrastruktur, virtuelle Erlebnisse, künstliche Intelligenz, Kryptowährungen, NFTs u.v.m.. Anwendungsszenarien des Metaverse beziehen sich auf Geschäftsprobleme wie mangelndes Vertrauen in Daten oder die Verbesserung des Kundendienstes. Mithilfe von Avataren und Chatbots könnten Unternehmen z.B. ihre Kundenbetreuung verbessern. Andere praktische Einsatzszenarien beziehen sich auf die Bereiche E-Learning (Infotainment durch die Nutzung von Gamification) oder Augmented Reality im Rahmen von digitalen Einkaufserlebnissen.

51 Prozent der Generation Z erwarten, dass irgendeine Form von Augmented Reality in den nächsten zwei Jahren zum Einsatz kommen wird.

– Gartner Trend Report

10. Nachhaltige Technologie

Die Bereitstellung von Technologie allein werde im Jahr 2023 nicht mehr ausreichen. Nachhaltige Technologie muss vielmehr der Rahmen sein, innerhalb dessen Lösungen bereitgestellt werden, welche gleichzeitig die Effizienz von IT-Services erhöhen und damit zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen und der Kundenbeziehung beitragen (ESG). Dies gelingt durch Technologien wie Rückverfolgbarkeit, Analytik, Emissionsmanagement-Software und KI. Investitionen in nachhaltige Technologien haben das Potenzial, die betriebliche Stabilität und die finanzielle Leistungsfähigkeit zu verbessern und eröffnen gleichzeitig neue Wachstumschancen.

Optimieren. Skalieren. Erneuern.

Gartner Grafik über den Zusammenhang zwischen Technologie Trends und erzielbaren Geschäftsergebnissen.

Tech Trends 2023: Fazit

Die Technologie-Trends von Gartner können dir helfen eines oder mehrere der folgenden strategischen Ziele zu erreichen:

  1. Optimierung von Ausfallsicherheit, Prozessabläufen oder Vertrauen bzw. Datensicherheit
  2. Skalierung vertikaler Lösungen, Produktlieferungen oder allgemein
  3. Pionierleistung bei der Einbindung von Kunden, beschleunigten Antworten oder Chancen
  4. Verfolgung von nachhaltigen Technologielösungen 

Dabei ist es wichtig, dass du dir klar darüber wirst:

  • Was sind meine strategischen Ziel für die kommenden drei Jahre?
  • Welche Technologien und Systeme sind zum Erreichen dieser Ziele für mich relevant?
  • Welchen Zeitrahmen setze ich mir zum Erreichen einzelner Zielstellungen (Technologie-Roadmap erstellen)?
Fördermittel für die Digitalisierung nutzen

Sobald du deinen eigenen Aktionsplan erstellt hast, stehen dir zur Sicherung deiner zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit zahlreiche Fördermittel für die Digitalisierung zur Wahl.

Wenn dir also unter den genannten Technologie-Trends noch vieles unbekannt und neu erscheint, kannst du dir externe Beratungshilfe holen. Die Zusammenarbeit mit einem Digitalisierungscoach hilft dir, deine digitalen Projekte schneller voranzutreiben bzw. Digitalisierungspotenziale, die bislang ungenutzt blieben in geschäftlichen Mehrwert zu wandeln.

Förderprogramm go-digital

Das Förderprogramm go-digital finanziert zu diesem Zweck anteilig Beratungsleistungen in den Modulen „Digitalisierte Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“.

Seit 1. Januar 2022 gilt für go-digital eine neue Richtlinie, welche das bewährte Förderprogramm an zahlreichen Stellen verbessert sowie zwei neue Fördervarianten enthält. Das neue Modul „Digitalisierungsstrategie“ fördert KMU bei der Entwicklung einer umfassenden individuellen Digitalisierungsstrategie. Das ebenfalls neu eingeführte Modul „Datenkompetenz“ („go-data“) fördert KMU bei der aktiven Beteiligung an der sich entwickelnden Datenökonomie. Das Modul soll kleine KMU bei den ersten Schritten unterstützen und Hemmnisse abbauen. 

Die neue Förderrichtlinie gilt bis zum 31. Dezember 2024. Insgesamt stellt das BMWK hierfür Fördermittel in Höhe von 72 Millionen Euro für die Jahre 2022 bis 2024 zur Verfügung. Hier findest du alle Unterlagen und Detailinformationen für deinen Förderantrag im Programm go-digital.

Das könnte dich interessieren

NFT: Hype oder Zukunft?

NFT oder Non Fungible Token, das sind nicht nur gelangweilte Affen im Metaverse. Die Digitalisierung von Vermögenswerten auf der Blockchain bietet für Unternehmen zahlreiche Chancen. Wir erklären wie NFTs funktionieren und worauf es ankommt, wenn du eigene NFTs erstellen willst.

nachhaltig.digital: So gelingt die Zwillingsstrategie

Welche Chancen im Hinblick auf Nachhaltigkeit & Digitalisierung sind kleinen und mittelständischen Unternehmen zwar bewusst, werden aus Mangel an Ressourcen aber (noch) nicht ausgeschöpft? Entdecke Potenziale & Fördermittel für eine Doppeltransformation und mach dich fit für den Wettbewerb von morgen.

Die wichtigsten Zukunftstechnologien für Deutschland

Wie können deutsche Unternehmen im »Fortschrittsjahrzehnt« nachhaltiges Wachstum erzeugen? KfW Research und das Fraunhofer-Institut für Innovations- und Systemforschung (ISI), Karlsruhe haben die wichtigsten Zukunfts­technologien aus deutscher Sicht ermittelt. Erfahre hier, welchen Technologien in den nächsten 5 bis 10 Jahren eine hohe Marktrelevanz zuteil werden wird.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

Bild-Urheber:
iStock.com/imaginima

© 2023 Zandura