04.06.2021

Unternehmerstory: Naturheilpraxis Maria Lepši‑Fugmann

Ihre Naturheilpraxis hat Maria mitten in der Corona-Krise eröffnet. Trotz dieser besonderen Herausforderung blieb Maria gelassen und ehrgeizig: "In den nächsten fünf Jahren will ich eine etablierte Adresse für wissenschaftlich fundierte Naturheilkunde am Standort Mainz führen." Von der Japanologin zur Heilpraktikerin, im Interview erzählt die Gründerin über ihren außergewöhnlichen Werdegang.

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Maria Lepši‑Fugmann im Interview

Faktencheck: 3 Fakten zur Gründerin Maria Lepši‑Fugmann

1. Von der Japanologin zur Heilpraktikerin

Vor der Naturheilkunde habe ich ein gutes Jahrzehnt an zwei Universitäten im Bereich der Altertumswissenschaften gearbeitet. Einige Jahre davon in Forschung und Lehre. (..) Die Erfahrung in der Studierendenberatung hilft mir auch bei Patientengesprächen, meine Sprachkenntnisse haben mir die medizinische Terminologie ungemein erleichtert und letztlich ist auch wissenschaftliches Denken in einem Beruf, der häufig mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit konfrontiert ist, nicht verkehrt.

- Viele Wege führen in die Selbstständigkeit

2. Ausbildung & Leistungsportfolio

Ausbildung an der Thalamus Heilpraktikerschule in Mainz 2014 - 2017 mit amtsärztlicher Überprüfung durch das Gesundheitsamt Wetteraukreis und Erteilung der Heilpraktikererlaubnis im Mai 2017. Anschließend Hospitation und Assistenz in der Naturheilpraxis Daniel Petrak von Februar 2018 bis September 2020. Seit August 2019 Dozentin an der Heilpraktikerschule Thalamus Mainz in den Fächern Neurologie, Endokrinologie, Allgemeine Pathologie und Onkologie und seit Januar 2021 in eigener Praxis tätig.

Zu den angebotenen Dienstleistungen in ihrer Naturheilpraxis zählen u.a. die Ernährungsberatung, Mikrobiologische Therapie, Phytotherapie oder Aromatherapie. Maria ist Mitglied im Bund Deutscher Heilpraktiker (BDH) e. V. und in der Gesellschaft für Phytotherapie e. V..

3. Gründervision

In fünf Jahren habe ich mich als sichere Adresse für wissenschaftlich fundierte Naturheilkunde in Mainz etabliert und mir vielleicht auch schon ein kleines Seminarportfolio erarbeitet.

- Maria über ihre Unternehmensziele

Hallo Maria, schön, dass du Zeit für ein Interview gefunden hast. Wann hast du dich entschlossen ein Unternehmen zu gründen und was hast du vorher beruflich gemacht?

Hallo Kathleen, vielen Dank für die Gelegenheit! Vor der Naturheilkunde habe ich ein gutes Jahrzehnt an zwei Universitäten im Bereich der Altertumswissenschaften gearbeitet. Einige Jahre davon in Forschung und Lehre, den überwiegenden Teil aber in einem Projekt, das die Förderung der Internationalität dieses Fächerkreises zum Ziel hatte.

Der Wechsel aus der Wissenschaft in die Verwaltung fiel mit meiner beruflichen Neuausrichtung zusammen. Wobei auch das nicht aus dem Blauen heraus geschah, sondern vielmehr „back to the roots“ war, denn Medizin und Naturheilkunde begleiten mich schon sehr lang. Nun bringt der Beruf des Heilpraktikers in den meisten Fällen die Gründung einer eigenen Praxis mit sich, denn nur eine sehr geringe Anzahl an Heilpraktikern arbeitet angestellt.

Mit der Entscheidung stand also auch quasi der Plan zur Gründung.

War es schwierig für dich diesen Neustart zu wagen? Konntest du Dinge oder erworbene Fähigkeiten aus deinem Studium in der neuen Tätigkeit nutzen?

Am Anfang war es gar nicht schwierig, weil erst einmal mehrere Jahre Ausbildung und an deren Ende die amtsärztliche Überprüfung vor mir lagen. Das war eine tolle Zeit, die mir auch persönlich viel Auftrieb gegeben hat. Da war einfach dieses Gefühl, endlich auf dem richtigen Weg zu sein. Schwierig wurde es erst, als es dann wirklich an die Praxisgründung ging, denn unternehmerisch war ich ein völlig unbeschriebenes Blatt.

Einiges konnte ich aber tatsächlich aus meinem ersten Berufsleben mitnehmen. Die Erfahrung in der Studierendenberatung hilft mir auch bei Patientengesprächen, meine Sprachkenntnisse haben mir die medizinische Terminologie ungemein erleichtert und letztlich ist auch wissenschaftliches Denken in einem Beruf, der häufig mit dem Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit konfrontiert ist, nicht verkehrt.

Was ist das Besondere an deinem Unternehmen? Wer sind deine Mitbewerber und wie grenzt du dich von ihnen ab?

Mir fällt es immer ein bisschen schwer, das Besondere herauszustellen, aber ich würde sagen, der (natur-)wissenschaftliche Ansatz und die Nähe zur konventionellen Medizin sind innerhalb der sehr diversen Berufsgruppe der Heilpraktiker nicht so häufig vertreten. Die Vielfalt der Arbeitsmethoden und Therapieverfahren sind eine große Stärke des Berufs, die es auch leichter macht, sich voneinander abzugrenzen.

Nun ist in der Praxis am Fischtorplatz auch der Kollege ansässig, bei dem ich lange Zeit gelernt und damit auch viel von dessen Arbeitsweise übernommen habe. Es gibt also zwei Praxen mit sehr ähnlichen Schwerpunkten am gleichen Standort. Wir sehen uns jedoch eher als Team denn als Mitbewerber und unterstützen einander.

Du hast eine bereits bestehende Praxis übernommen? Hat dies Vorteile oder Besonderheiten für dich als Gründerin? 

Fast – ich bin einer bereits etablierten Praxisgemeinschaft beigetreten, aus der ein Kollege vor Kurzem ausgestiegen ist. Meine eigene Praxis ist damit ganz neu und ich bin dabei, meinen Patientenstamm zu etablieren. Da konnte ich allein schon aus rechtlichen Gründen nichts übernehmen. Die vorhandene Infrastruktur ist aber definitiv von großem Vorteil. Mit wenigen Ausnahmen war alles, was ich zum Arbeiten brauchte, schon vorhanden. Das größte Plus ist aber die Nähe zu den Kolleg*innen und zur Thalamus Heilpraktikerschule Mainz, die ebenfalls in den Räumlichkeiten angesiedelt ist. So bin ich von Anfang an gut vernetzt und in stetem Austausch. 

Wie haben deine Freunde und Familie auf das Projekt Selbständigkeit reagiert?

Die meisten fanden es tatsächlich toll und mutig und haben mich auch in vielerlei Hinsicht unterstützt. Im sogenannten "erweiterten Bekanntenkreis" gab es eine Person, die auf das Vorhaben herabgeschaut hat, aber ich muss ja nicht jeden überzeugen.

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie hast du dich finanziert?

Die große Herausforderung war tatsächlich die Finanzierung des Vorhabens. Nach etwas Recherche und einem Vorgespräch mit meinem Bankberater stand der Plan, die Praxis über den Gründerkredit Startgeld von der KfW zu finanzieren.

Dafür musste ich zunächst das Projekt Businessplan angehen, vor dem ich mächtig Respekt hatte, weil ich mich ja noch nie zuvor unternehmerisch betätigt habe. In meinem Fall war der Businessplan aber verpflichtend, da er die Voraussetzung für den Gründerkredit war. Letztlich war es dann doch weit weniger kompliziert als ich befürchtet hatte.

Welche Tipps würdest du Menschen geben, die mit dem Gedanken spielen, ein Unternehmen zu gründen? 

Schreibt einen Businessplan und wenn es nur für euch selbst ist. Es ist wichtig, sich das ganze Projekt einmal von vorn bis hinten klar zu machen, gründlich durchzukalkulieren und das Ganze auch schriftlich festzuhalten.

Irgendwann mag der Elan der Gründungszeit verfliegen und dann ist es hilfreich, wenn man sich alles noch einmal vor Augen führen kann. Kürzlich hatte ich zum Beispiel das Gefühl, dass die Praxis nicht schnell genug anläuft. Dann habe ich mit dem Businessplan verglichen, welchen Umsatz ich für die Zeit vorgesehen hatte und festgestellt, dass ich nicht nur im Rahmen bin, sondern sogar darüber liege. Das hat mich dann schon sehr beruhigt.

Naturheilpraxis Maria Lepši‑Fugmann Empfangsbereich

 Naturheilpraxis Maria Lepši‑Fugmann

Deine Unternehmensgründung fällt mitten in die schwierige Zeit der Corona-Krise? Welchen Einfluss hatte dies auf deinen Start in die Selbstständigkeit?

Oh, das war – und ist – in erster Linie eine Lektion in Geduld. Vor allem im behördlich-organisatorischen Bereich lief vieles unendlich langsam und das in einer Phase, in der man einfach nur loslegen will. Alle kleinen Stolpersteine zusammengezählt, bin ich genau ein Quartal hinter meiner Planung, aber das ist angesichts der Lage kein Drama. 

Wie machst du auf dein Unternehmen aufmerksam? Welche Marketingmethoden nutz du?

Insgesamt sind meine Marketingmethoden gewiss noch ausbaufähig, allerdings gibt es insbesondere im Gesundheitsbereich auch enge Grenzen, so dass alles gut überlegt sein will.

Von Anfang an stand für mich fest, dass ich ein Corporate Design und eine Website aus professioneller Hand haben wollte, denn das ist in der Regel das erste, was jemand von mir sieht. Dazu bin ich auf Google My Business, verschiedenen Therapeutenportalen und natürlich Zandura vertreten. Den sinnvollen Einsatz von Social Media will ich ebenfalls noch abklopfen. 

Mein Kollege und ich haben auch die "Naturheilkunde am Fischtor", eine Reihe von Patientenvorträgen, in denen wir über verschiedene Krankheits- und Beschwerdebilder sprechen, wieder ins Leben gerufen. Da zurzeit alles online läuft, erreichen wir damit sogar deutlich mehr Zuhörer und Zuhörerinnen als bei früheren Veranstaltungen.

Die beste und wertvollste Ressource sind aber nach wie vor Empfehlungen durch Patienten und Kollegen. 

Welche Rolle spielt dein Zandura-Unternehmenseintrag für die Kundenakquise?

Mein Unternehmenseintrag auf Zandura hilft mir, meine Online-Präsenz zu stärken und neue Patienten auf mich aufmerksam zu machen.

Welche Tools/Tricks nutzt du sonst, um im Unternehmeralltag Zeit zu sparen?

Die wichtigste Hilfe für meine Arbeit sind eine gute Praxissoftware, funktionierende Infrastruktur für die Labordiagnostik und vor allem unsere wunderbare Rezeptionistin, die sich um die Terminvereinbarung und allerlei weitere organisatorische Details kümmert und dem gesamten Praxisteam damit den Rücken freihält. 

Naturheilpraxis Lepsi-Fugmann: Wo geht der Weg hin? Wo siehst du dich und deine Praxis in fünf Jahren?

In fünf Jahren habe ich mich als sichere Adresse für wissenschaftlich fundierte Naturheilkunde in Mainz etabliert und mir vielleicht auch schon ein kleines Seminarportfolio erarbeitet. Ich bin auch sehr neugierig, ob meine Praxisschwerpunkte dann noch die gleichen sein werden, denn erfahrungsgemäß wächst man mit seinen Patienten. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht. 

Vielen Dank, Maria, für die interessanten Einblicke und ganz viel Erfolg weiterhin!

Gerne, ich danke dir!

So erreichst du Naturheilpraxis Maria Lepši‑Fugmann

 Naturheilpraxis Maria Lepši‑Fugmann

Als Heilpraktikerin arbeitet Maria in ihrer eigenen Praxis am Fischtorplatz in Mainz. Zu ihren Dienstleistungen zählen u.a. Ernährungsberatung, Mikrobiologische Therapie, Phytotherapie oder Aromatherapie. Alle Leistungen im Überblick findest du auf der Website von Naturheilpraxis Maria Lepši‑Fugmann.

Als Heilpraktikerin ist Maria mit ihrer Praxis auf Zandura, der Plattform für Regionale Neukundengewinnung vertreten. Hier geht´s zum Unternehmenseintrag von Naturheilpraxis Maria Lepši‑Fugmann auf Zandura.

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Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

Bild-Urheber:
Maria Lepši‑Fugmann