18.07.2021

Personal Branding: Wie werde ich zu einer Marke?

"Wer bin ich?", "Was mache ich?" und "Was mache ich anders als die anderen?" Eine erfolgreiche Marke besticht durch ein langlebiges Qualitätsversprechen, das an allen Kundenkontaktpunkten spürbar ist. Was zeichnet starke Personenmarken aus? Wie entwickle ich eine Personal Brand? In fünf Schritten zum Self Branding für Gründer*innen, Freiberufler und junge Wachstumsunternehmen.

Erhalte Zugriff auf alle Business-Tools

Personal Branding als langlebiges Qualitätsversprechen

Was bedeutet Personal Branding?

"Personal Branding" ist kein Marketing-Tool, das Influencern vorbehalten ist. Bereits im Jahr 1997 formulierte der US-amerikanische Management Coach Tom Peters in einem Leitartikel unter dem Titel "The Brand Called You" den Begriff der "Personal Brand". Bis heute haben Peters´ Ausführungen zum Aufbau und der Etablierung einer persönlichen Marke nicht an Gültigkeit verloren, ergänzt um die Möglichkeiten, die eine sorgfältige Social Media Präsenz heute bietet.

Mit einer starken Personenmarke verbessern Gründer*innen, Führungskräfte in jungen Wachstumsunternehmen und Freiberuflich Tätige ihre Kundengewinnung, indem du dein Alleinstellungsmerkmal als beste Lösung klar und breit gestreut an vielen Kundenkontaktpunkten vermittelst. 

Was ist eine starke Personenmarke?

Eine starke Personemarke ist durch drei Kern-Eigenschaften gekennzeichnet:  

  1. Die "Spitzenleistungen eines Unternehmens" sind in der Marke verdichtet.
  2. Du gewährst die gleichbleibende Qualität deines Markenversprechens "über einen langen Zeitraum hinweg".
  3. Die Einzigartigkeit deiner Marke wird "an allen Markenkontaktpunkten" glaubhaft vermittelt.

Starke Marken verfügen über klare Markenkernwerte, eine eindeutige Positionierung und eine langfristig definierte Markenstrategie. ( vgl. Brand Trust: "Starke Marken")

Warum ist Self Branding wichtig?

Markenattribute müssen kommuniziert werden, sonst können sie nicht gehört werden und gelten im schlimmsten Falle nicht. 

Gute Mundpropaganda ist zwar immer noch die beste Empfehlung, in einem wachsenden Anbietermarkt ähnlicher Dienstleistungen und Produkte sowie aufgrund veränderter Kaufgewohnheiten (E-Commerce Trend und Social Shopping) sollten Soloselbstständige, Freiberufler und KMU es nicht versäumen, rechtzeitig ihre Sichtbarkeit und Reichweite zu erhöhen.

Personal Branding entlang einer gezielten Social Media Marketing-Strategie, Blogbeiträgen, sichtbaren Shop-Siegeln, Auszeichnungen, Badges & Co. unterstützt die Hervorhebung deines USP als beste Anbieterwahl.

Wie baue ich eine Personal Brand auf?

Der Zweck bestimmt die Strategie! Stelle dir im ersten Schritt die Frage nach den Schmerzpunkten und den dringlichsten Problemen, die (nur) Du! für deine Zielgruppe lösen kannst. 

So funktioniert Personal Branding: In 5 Schritten zur Personal Brand

  1. USP definieren und kommunizieren: "Wer bin ich?", "Was mache ich?", "Was mache ich anders als die anderen?" - Definiere die Grundzüge deiner Personal Brand in einer kurzen Caption und richte diese gezielt als Antwort auf die Probleme deiner Zielgruppe.
  2. Zielgruppe festlegen und adressieren: Kenne deine Zielgruppe und ihre Bedürfnisse und finde heraus, welche Kommunikationsform Kundinnen und Kunden bevorzugen und wo sie sich am liebsten aufhalten. 
  3. Content-Marketing-Strategie entwickeln: Betreibe Content-Marketing und Storytelling über dich, deine Leistungen, besondere Ereignisse & Events, erlangte Auszeichnungen, herausragende Kundenstimmen etc. auf deiner eigenen Website, im Unternehmens-Blog oder auf relevanten Social-Media Plattformen; z.B. auf LinkedIn oder Twitter.
  4. Networking: Verbinde dich on- und offsite/online und baue dir ein tragfähiges B2B-Netzwerk. Gründer*innen und junge Wachstumsunternehmen können sich z.B. in Coworking Spaces, Gründerzentren, Branchennetzwerken oder Rotary Clubs mit Multiplikatoren, Fürsprechern und Investoren verbinden.
  5. Kostenfreie About.me-Homepage: Mit einem >>>kostenfreien Profil von about.me erstellst du eine digitale Visitenkarte als deine persönliche Business Landing Page. Vergiss nicht, den Link zum Kurzprofil mit einer Caption zu dir und deiner Expertise in deinen Social-Accounts zu hinterlegen. 

Das LinkedIn Experiment: Personal Branding Best Practices

Wer glaubt, dieser Aufwand rechtfertige nicht den geforderten Erfolg, täuscht. Hauke Schwiezer, CEO bei STARTUP TEENS hat kürzlich den Test gemacht. Schwiezer entwarf das sogenannte "LinkedIn-Experiment" und wollte wissen: Kann man über Personal Branding Mehrwert für sich schaffen?

Seine Idee: 56 Stunden netzwerken auf der Plattform, an sieben Tagen à acht Stunden. Für diesen Auftrag nahm sich der Unternehmer extra fünf Urlaubstage. In dieser Zeit testete Schwiezer verschiedene Kommunikationswge auf LinkedIn und optimierte sein Profil im engen Austausch mit seiner Zielgruppe (Gen-Z).

Interessante Ergebnisse lieferte z.B. ein Aufsatz unter dem Titel „Gen Z strike back“, den Schwiezer im Rahmen der Testreihe auf LinkedIn an die Leserschaft richtete und demnach Airbnb, Uber und Zalando aus der Finanzkrise von 2008 entstanden seien. Er fragt daraufhin die Follower der Generation Z: "Welche Unternehmen werdet ihr aus der aktuellen Krise hervorbringen?" und gibt fünf Ratschläge zur Entscheidungsfindung. Die schnelle Resonanz war auch für den Unternehmer selbst überraschend: 70 Kommentare, Aufforderungen der Nutzer*innen zur Einrichtung eines LinkedIn-Live-Talk sowie Anfragen via WhatsApp oder per Mail waren die Folge. 

Für gewöhnlich performen LinkedIn Posts innerhalb des Netzwerks deutlich besser als Texte, weil die meisten User die Plattform mobil nutzen. Nicht so im Fall von „Gen Z strike back“, was wiederum grundlegend Einsicht gibt in Best Practice Beispiele auf LinkedIn:

Was ich aus dem Text lerne: Gutes Thema und gutes Netzwerk führen zu starker Interaktion.

- Hauke Schwiezer, CEO bei STARTUP TEENS

Personal Branding: Weniger Nice-to-have, sondern Must-have

Das Ergebnis nach acht Tagen und 64 Stunden LinkedIn Experiment kann sich sehen lassen: Hauke Schwiezer erhöhte seine Followerzahl um 277 auf zum Zeitpunkt der Feststellung 11.147 Follower insgesamt. Dabei hatte er zuvor etwa 60 Prozent der Anfragen abgelehnt, weil sie qualitativ nicht zu ihm passten. Er veröffentlichte acht Posts, inklusive einer Umfrage zum Personal Branding.

"Personal Branding ist wichtig. Emotion schlägt Inhalt."

Sein allgemeines Fazit zum Stellenwert von Personal Branding im Unternehmenskontext: "Personal Branding ist wichtig. Emotion schlägt Inhalt. Viele Follower sind nicht so wichtig wie eine gute Community, es ist also richtig zu selektieren und immer auf Qualität zu achten. Ein Netzwerk besteht aus Nehmen und Geben. Mehrwert bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf deren Inhalt. Man sollte sich nie mit anderen vergleichen. Man muss lernen, mit scharfer Kritik umzugehen. Und, ganz wichtig: Man muss den richtigen Zeitpunkt finden, wann man aktiv sein sollte."

 Die Vorteile seines Experiments liegen für Schwiezer auf der Hand:

Man kommt an Hochkaräter der Branche heran. Man kann Kommunikation auslösen, auch wenn das viel Zeit frisst. Und: Man kann perfekt daran arbeiten, was andere über einen sagen, wenn man selbst nicht im Raum ist.

- Hauke Schwiezer über das LinkedIn Experiment im WELT-Interview (nicht barrierefrei)

Personal Branding und Markenaufbau

LinkedIn Marketing Tipps für kleine Unternehmen

Mitarbeiter gewinnen, die Markenbekanntheit steigern oder B2B-Netzwerkkontakte aufbauen, so nutzt du LinkedIn für deine Unternehmenskommunikation. 16 Millionen Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz waren zuletzt auf der Plattform aktiv - Tendenz steigend. Mit diesen Formaten erreichst du deine Zielgruppe.

Strategische Markenplatzierung mit Micro Influencern

Authentisch, glaubwürdig, mit treuer Anhängerschaft: Micro Influencer sind die Sympathieträger für das Empfehlungsmarketing kleiner Unternehmen. Strategische Partnerschaften mit Micro Influencern fördern die Markenbekanntheit und das Vertrauen in deine Dienstleistungen. Wir erklären, wie du passende Micro Influencer findest und worauf es bei der Planung von Kampagnen ankommt.

Markenplatzierung: So geht erfolgreiches Rebranding

Neue Produkte, veränderte Zielgruppen oder eine komplette Neuausrichtung deines Unternehmens, es gibt viele Gründe für eine Neuplatzierung deiner Marke. Alles auf Anfang: Von der Vorbereitung über die Kommunikation bis zur Erfolgsmessung geben wir Tipps für dein erfolgreiches Rebranding.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

Bild-Urheber:
iStock.com/pixdeluxe