28.03.2021

Audio-Apps im Test: Instagram Live Rooms, Twitter Spaces & Clubhouse

Live Shopping Events veranstalten, Webinar-Talks oder Mini-Konzerte im Lockdown? Mit Audio-Apps und Live-Events auf sozialen Plattformen bist du ganz nah an deiner Zielgruppe. Wir vergleichen die Audio-Funktionen von Clubhouse, Instagram Live Rooms und Twitter Spaces. Starte jetzt deinen individuellen Live Stream.

Kostenfreie Tools. Digitale Neukundengewinnung. Rechtssichere Vorlagen

Mini-Konzerte oder Musikunterricht mit Live-Events und Audio-Apps

Meet and Tweet: Audio Apps und Live-Events für Unternehmer

Menschen zusammenbringen, damit die Community auf kreative Art und Weise interagieren kann, das ist u.a. das Ziel von Instagram Live Rooms, einer durch und durch auf Erlebnisqualität ausgerichteten Plattform. Twitter Spaces, aus dem Nachrichtenmedium kommend, punktet vorallem mit sicheren Aufzeichnungen deines nachhaltigen Contents als Mehrwert für dich und deine Nutzer. Der größte Vorteil von Clubhouse liegt zweifellos in der konkurrenzlosen Anzahl an Nutzern, die du in einem Live-Event versammeln kannst. Räume mit 2000+ Nutzern sind keine Seltenheit und erinnern an virtuelle Konferenzformate. 

Audio Apps und Live-Events sind ein nützliches Tool, um in Zeiten erschwerter Kundenkontakte die Kundenbindung zu stärken und dein Unternehmen noch bekannter zu machen. Für Freiberufler gilt, mit Support-Buttons und Live-Spendenaktionen in Instagram Live Rooms können Dienstleistungen im kleinen Teilnehmerkreis eine (vereinbarte) Vergütung erfahren.  

Je nach Branche und Anbieter kannst du vielfältige Formate als Audio-Veranstaltung oder Live-Event für eine stärkere Markenbekanntheit nutzen oder um deine Umsätze zu steigern, darunter Live-Chats, Q&A, Produkttests, Live-Shopping, Mini-Konzerte, Musikunterricht, Do-it-Yourself Kits, Meditationskurse u.v.m..

Drei Audio-Apps und Live-Formate in sozialen Netzwerken

1. Clubhouse Audio App

Clubhouse feierte am 17. März 2021 sein einjähriges Bestehen. Anfang 2021 gerieten auch deutsche Nutzer langsam in den Sog der Clubhouse-Begeisterung. Mittlerweile sind auch Bedenken um das Thema Datenschutz in der Audio-App ausgeräumt. Um zu funktionieren, benötigt Clubhouse keinen Zugriff mehr auf dein Adressbuch. Zuvor hochgeladene Kontakte würden auf Anfrage zudem durch Clubhouse wieder gelöscht. Dies hat auf das Einladungsprinzip der App (Nutzer dürfen maximal 2 weitere Nutzer zum Clubhouse einladen) bedingt Einfluss. Du musst händisch nach wie vor die Nummer des- oder derjenigen eingeben, die eine Einladung erhalten sollen.

Größtes Manko bleibt nach wie vor die gleichbleibende Zugangsbeschränkung für iOS-Nutzer. Eine Android-App gibt es für Clubhouse noch immer nicht. Anmerkung: Wie TechBook berichtet, bestätigte Clubhouse Co-Founder Paul Davison am vergangenen Sonntag, dass das Unternehmen akribisch an einer Umsetzung für Android arbeite. Dies würde "mit Sicherheit ein paar Monate dauern" und mache ein realistisches Erscheinungsdatum "um den Sommer 2021" erwartbar.

Events mit 2000+ Nutzern, aber ohne Aufzeichnung

Auf Clubhouse kannst du ganz einfach einen Raum oder analog ein "Thema" eröffnen und interessierte Nutzer haben die Möglichkeit in Echtzeit mit dir in Kontakt zu treten. Eine oder mehrere Moderatoren sorgen dafür, dass sich jeder Teilnehmer frei äußern kann und gleichzeitig die Regeln eingehalten werden. Räume mit 2000+ Nutzern sind keine Seltenheit und eröffnen neue Horizonte und eine potentielle Schar interessierter Neukunden. 

Die Handhabung ist einfach. Du sprichst einfach in dein Smartphone und alle im digitalen Chat Anwesenden hören in Echtzeit mit. Eine Aufzeichnung der Events für Veranstalter und/oder Nutzer ist nicht vorgesehen Das macht Clubhouse eher ungeeignet für Webinare oder Learnings. Als interaktives Tool mit Fun Fact, Kammerkonzert oder themenspezifische Diskussionsrunde eignet sich Clubhouse jedoch sehr gut, um schnell eine große Zahl an Menschen erreichen zu können.

Das Clubhouse Creator First ist ein erst seit Kurzem gelaunchtes Programm, mit dem die App User noch mehr unterstützen will: Mehr Publikum aufbauen, sich mit Marken verbinden und im Handumdrehen mit Events Geld verdienen, das sollen zunächst vorausgewählt 20 Kreative im Clubhouse Mentoring-Programm. Alle Clubhouse-User können sich noch bis zum 31. März  als 1st Creator online bewerben.

2. Twitter Spaces

Wie Twitter selbst Anfang März auf Twitter mitteilte, kann sich die derzeit Beta-Nutzerschaft über weiteren Zuwachs freuen. Ab sofort können auch Android-Verwender Twitter Spaces testen. Das bedeutet allerdings nur, dass, wer bereits Betatester ist, Spaces nun auch unter Android als Erweiterung der Twitter-App nutzen kann. Die vollständige Funktionalität von Twitter Spaces steht noch aus. Die rasante Timeline des ambitionierten Audio-Projekts seit der ersten öffentlichen Ankündigung im November über die Testphase bis zur letzten Meldung Twitter Spaces für alle Nutzer "im April 2021" zugänglich zu machen, gibt eine solide Marschrichtung vor und macht Spaces zu einem echten Clubhose-Konkurrenten. Sollte Twitter diese Geschwindigkeit halten und Spaces schon bald unbegrenzt für iOS und Android anbieten können, gibt es ein valides Gegengewicht zu Clubhouse, seinem Invite-only-Prinzip und der Verfügbarkeit für bislang dezidiert iPhone-Nutzer.

3. Instagram Live Rooms

Mit Live Rooms hat auch Instagram als Teil der Facebook Family kürzlich ein neues Audio-Feature an den Start gebracht. Seit Anfang März kannst du in Live Rooms etwas bescheidener, dafür aber deutlich intimer mit bis zu drei weiteren Teilnehmern auf Instagram eine Live-Übertragung veranstalten. Die Sicherheit aller vier Teilnehmer einschließlich Host unterstützt Instagram, indem du vielfältige Kontrollmöglichkeiten ausüben kannst. Gäste, die z.B. aufgrund von Verstößen gegen die Instagram-Gemeinschaftsrichtlinien keinen Zugriff mehr auf Live-Funktionen haben, können auch nicht an Live Rooms teilnehmen. Unangemessene Kommentare kannst du melden oder blockieren bzw. nutzt entsprechende Filterfunktionen.

Talkshows, Q&A oder Jam Sessions mit Live Rooms

Streame Talkshows, eine Jam-Session mit anderen Künstlern, ein interaktives Q&A oder Tutorials für deine Fans. Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. All dies lohnt sich umso mehr, wenn du interaktive Funktionen wie Live-Shopping und Live-Spendenaktionen einbindest. Jeder Live-Zuschauer kann mithilfe von Abzeichen seine Begeisterung für seinen Lieblings-Creator (also dich!) zum Ausdruck bringen.

Wenn du einen Live Room starten willst, wischst du einfach nach links und wählst die Option "Live-Kamera". Hier fügst du einen Titel hinzu, tippst auf das Symbol "Rooms" und kannst deine Gäste/Teilnehmer hinzufügen. Dir werden alle Personen angezeigt, die eine Live-Übertragung mit dir starten möchten. Du kannst umgekehrt auch selber gezielt nach Gästen suchen, um dein ganz exklusives Live-Event zu veranstalten.

Facebook spitzt die Ohren

Nicht nur auf Instagram kannst du Live-Events hosten. Facebook hat den Hype und die Begeisterung rund um die Clubhouse Social App nicht uninteressiert beobachtet und kündigte ebenfalls an, bereits an einem Audio-Format für die Facebook Nutzergemeinde zu arbeiten. Dies berichtete die New York Times. Demnach habe man eine Gruppe von Entwicklern angewiesen, eine App nach dem Vorbild von Clubhouse zu entwerfen. Noch in einer frühen Entwicklungsphase, müssen sich Unternehmen die Zeit bis zum Audio-Launch unterdessen mit Facebook Live Events verkürzen.

Social Media Tipps für deine Markenplatzierung

Clubhouse: Was kann die neue Social App?

Ganz nah am Ohr deiner Zielgruppe oder Brutstätte für Fake News? Das sind die Chancen und Risiken von Clubhouse als Social Media Marketing Tool. Politiker, Journalistinnen und Influencer nutzen die Social App bereits für ihre Außenkommunikation. Wie du deinen eigenen Clubhouse Stream an den Start bringen kannst, liest du hier.

Instagram oder TikTok: Welche Plattform passt zu mir?

Wir machen den Social Media Plattform-Check: Neue Trends mit Instagram Rooms oder beim Influencer-Marketing, Vorteile für Shopify-Händler auf TikTok. Welche der beiden Plattformen am geeignetsten zum Erreichen deiner Zielgruppe ist, erfährst du in unserem Vergleich.

Mehr als Gezwitscher: Markenplatzierung auf Twitter

Eine riesige Nutzerbasis, vielfältige Werbeoptionen und das wohlwollende Auge von Google, Marketing auf Twitter verhilft deiner Brand zum Durchbruch. 2020 verwendeten 186 Mio. Nutzer die Plattform für den täglichen Informationsaustausch. Das ist eine Steigerung um 34 Prozent zum Vorjahr. Lass dir die Chance auf neue Follower nicht entgehen: Zehn Tipps für deine Twitter Marketing Strategie.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

Bild-Urheber:
iStock.com/yanyong