· Gründung & Businessplan

45plus: Bin ich zu alt für die Selbstständigkeit?

Laut KfW-Gründungsmonitor nimmt die Häufigkeit der Existenzgründungen mit zunehmendem Alter ab. Lebensumbrüche, Krisen oder einfach die Lust auf etwas Neues motivieren dennoch viele Menschen für eine Gründung ab 45, 50 oder 50plus? Wir geben Tipps für Gründer mit Berufs- und Lebenserfahrung.

Positionierung für Selbstständige: Mit der Abkürzung zum Ziel

Als Unternehmerpersönlichkeit in jedem Alter erfolgreich

30 oder 50 – Wann ist das beste Alter, um zu gründen?

Laut KfW-Gründungsmonitor war die Anzahl der Unternehmensgründungen in Deutschland nach Altersgruppen im Jahr 2020 wie folgt verteilt: 

  • 18 bis 24 Jahre: 19,7 Prozent der Unternehmensgründer*innen
  • 25 bis 34 Jahre: 28,7 Prozent der Unternehmensgründer*innen
  • 35 bis 44 Jahre: 25,8 Prozent der Unternehmensgründer*innen
  • 45 bis 54 Jahre: 17,1 Prozent der Unternehmensgründer*innen
  • 55 bis 64 Jahre: 8,7 Prozent der Unternehmensgründer*innen

Die größte Altersgruppe unter den Gründer*innen bilden die 25- bis 34-Jährigen, dicht gefolgt von der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen. Die Mehrzahl der Gründungen findet demnach tatsächlich in jüngeren Lebensjahren statt. Dann wenn Menschen bereits erste Erfahrungen gesammelt haben und sich selbst und ihre Fähigkeiten gut einzuschätzen wissen, fällt der Schritt in die Selbstständigkeit am leichtesten.

Die Anforderungen an die Familienplanung und die Erziehung des Nachwuchses müssen Gründerinnen und Gründer dieser Altersgruppe dennoch häufig zusätzlich bewältigen. Die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf ist für Gründende in jungen und mittleren Jahren deshalb eine besondere Herausforderung.

Was sind die Hauptmotive für eine Gründung im besten Alter?

Der Angestellten-Job macht keinen Spaß mehr, die Kinder sind aus dem Haus und den Kopf voller Ideen, die nach (Selbst)-Verwirklichung rufen – für Gründungsinteressierte mit Berufs- und Lebenserfahrung sind materielle Motive weit weniger ausschlaggebend für den Schritt in die Selbstständigkeit. Zwar steigen mit zunehmendem Alter auch das Bedürfnis nach Sicherheit und Vorsorge, doch wer mit dem Gedanken spielt ein Unternehmen zu gründen, verfügt zumeist auch über wesentliche Eigenschaften einer Unternehmerpersönlichkeit:

Mut, Risikofreude, die Lust Neues zu wagen & der Drang nach Selbstverwirklichung.

– zeitlose Züge der Unternehmerpersönlichkeit

Der Stress, ein höheres Arbeitspensum und die einhergehende Unsicherheit halten Gründerinnen und Gründer mit 50plus nicht davon ab ihr Vorhaben zu realisieren. Gerade dann, wenn sich Menschen in ihrem Berufsleben bereits eine umfassende Expertise erarbeitet haben, sind sie häufig selbstbewusster, planen sorgfältiger und verfügen über das entsprechende Durchhaltevermögen bis ein Unternehmen erfolgreich läuft.

Welche Vorteile haben berufserfahrene Gründerinnen und Gründer?

Jüngere Unternehmensgründer*innen seien häufiger flexibel, innovativ oder risikofreudiger. Mit steigendem Lebensalter verfügen Gründungsinteressierte jedoch über weitere Assets, die für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit wichtig sind und deine Unternehmung unter einen guten Stern stellen.

Einige Vorteile, die berufserfahrene Gründerinnen und Gründer nutzen sollten:

  1. Berufserfahrung und Know-how
  2. Lebenserfahrung und im besten Fall Gelassenheit 
  3. starkes Selbstbewusstsein
  4. besonderes Vertrauen bei kaufkräftiger älterer Zielgruppe 
  5. hohe Sozialkompetenz in der Mitarbeiterführung
  6. berufliches Netzwerk für relevante Kooperationen
  7. mehr Eigenkapital

Tipps für eine Gründung im Nebenerwerb:

Wann ist die Kleinunternehmerregelung sinnvoll?

Für Gründerinnen und Gründer im Nebenerwerb ist die Kleinunternehmerregelung eine attraktive Form der Besteuerung. Doch nicht für alle Geschäftsmodelle macht die Kleinunternehmerregelung Sinn. Wir erklären die wichtigsten rechtlichen Voraussetzungen, geltende Umsatzgrenzen und Buchhaltungspflichten, die Kleinunternehmer beachten müssen.

Darauf müssen lebenserfahrene Gründer achten

Du solltest deine Gründung sorgfältig planen, ganz gleich, in welchem Alter du dich selbstständig machen willst. Das fängt an bei der Erstellung deines Businessplans, über die Wahl der richtigen Rechtsform bis hin zur Finanzierung deiner Selbstständigkeit.

Darüber hinaus gilt es nach langjähriger Erwerbsbiographie als künftige Jungunternehmerin oder Entrepreneur einige Besonderheiten zu beachten:

  1. Geschäftsmodell: Handelt es sich nicht um ein perspektivisch fortzuführendes Familienunternehmen (Gründung im Team), solltest du darauf achten, dass dein Geschäftsmodell schneller ertragreich ist, damit sich Investitionen auszahlen.
  2. Absicherung: Wer zuvor lange in die Renten- und Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, sollte überlegen, dies freiwillig fortzuführen, um im Ernstfall (Scheitern der Selbstständigkeit) nicht auf erworbene Leistungen zu verzichten.
  3. Risikomanagement: Du brauchst eine solide Finanzierungs- und Ertragsstrategie, die mögliche Ausfälle einkalkuliert und abfedert. Läuft dein Geschäft einmal schlechter, vielleicht sogar über eine längere Zeit, hast du weniger Spielraum, um etwaige Verbindlichkeiten gleichbleibend bedienen zu können.

Tipps für eine Gründung in jedem Alter

Die wichtigsten Fördermittel für Existenzgründer

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Rechtsformfinder: Rechtsformen für deine Gründung

Du bist auf der Suche nach der Rechtsform, die zu dir passt? Der Rechtsformfinder hilft dir schnell & unkompliziert. Jetzt kostenfrei zum Download!

So bereitest du eine Gründung erfolgreich vor

Die notwendigen Vorbereitungen, damit eine Gründung gelingt, folgen einem für Gründerinnen und Gründer wiederkehrenden Muster. Ganz gleich, ob du angestellt oder arbeitslos gemeldet bist, am Ende der Meisterausbildung stehst oder eine Ausgründung planst – Erfahre hier die wichtigsten Gründungsschritte für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

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