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Qonto: Digitale Buchhaltung, aber bitte easy!

Torben Rabe leitet das Deutschlandgeschäft für Qonto, eine der führenden europäischen Finanzmanagementlösungen für Selbstständige & KMU. Wie Unternehmen ihre Buchhaltung stressfrei digitalisieren und welche Schüsselkompetenzen du brauchst, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, erklärt der Tech-Experte im Interview & ZANDURA-Webinar.

Stressfreies & schlankes Finanzmanagement für Selbstständige

Torben Rabe trägt ein legeres Hemd und wendet sich freundlich dem Betrachter zu.
Torben Rabe ist Absolvent der Universität Mannheim und der HEC Paris.

Hallo Torben, was genau ist Qonto und worin besteht deine Aufgabe als Country Director Deutschland?

Als Country Director bin ich dafür verantwortlich, die Expansion und das Wachstum von Qonto in Deutschland voranzutreiben. Qonto ist Europa’s führende Finanzmanagementlösung für KMU, Startups und Selbstständige. Wir kommen ursprünglich aus Frankreich, aber haben uns immer als europäisches Unternehmen gesehen. Deutschland ist unser Fokusmarkt und war im letzten Jahr der am schnellsten wachsende Markt. 

Der Job als Country Director ist eine der spannendsten Rollen, die ich mir vorstellen kann: ich habe Einblicke in alle Bereiche, die den deutschen Markt betreffen (Produkt, Marketing, Vertrieb, Partnerschaften, Kundensupport, u.v.m.). Dabei ist natürlich in erster Linie die Geschäftsstrategie für den deutschen Markt ein zentraler Bestandteil: 

Wie wachsen wir? Wie kann das Produkt noch näher am deutschen Kunden sein? Wie können wir die besten Talente für uns gewinnen und entwickeln?

Die Digitalisierung stellt besonders kleine Unternehmen häufig vor Probleme bei der Umsetzung. Wie hilft Qonto? 

Viele kleine Unternehmen erledigen ihre Finanzen grösstenteils händisch: Sie verwenden Tabellenkalkulationen, Ausdrucke, E-Mails und Formulare, um Informationen wie Arbeitszeitnachweise, Rechnungen und Belege zu sammeln, zu verfolgen und zu speichern. Doch manuelle Prozesse sind nicht nur zeitaufwändig sondern vor allem auch fehleranfällig. 

Diesen Innovationsstau und die fehlende Digitalisierung sehen dabei die meisten als eine riesige Herausforderung, welche durch fehlendes Know-how & Fachkräfte noch verstärkt wird. Hinzu kommt, dass aus der Sicht vieler Unternehmer*innen grosse Budgets notwendig sind, um die Digitalisierung voranzutreiben. 

Glücklicherweise erfordert die digitale Transformation jedoch nicht, jeden Prozess in die Cloud zu verlagern oder Millionen von Euro in brandneue Technologien zu investieren. Heutzutage helfen benutzerfreundliche digitale Anwendungen kleineren Unternehmen dabei, ihre Produktivität zu steigern und leistungsstarke Berichtsfunktionen zu erhalten. 

Qonto ist ein 100% digitales Geschäftskonto und unterstützt u.a. bei:

  1. Buchhaltung (zB. Verwaltung von Belegen) und Integrationen mit Partnerunternehmen wie zB lexoffice
  2. Rechnungen
  3. Ausgabenmanagement (Karten)
  4. Cashflow Management (Dashboard, Überblick über Liquidität, Einnahmen und Ausgaben)
  5. Integrationen mit um die 100 Lösungen (Qonto Connect), die das Finanzmanagement effizienter gestalten

Digitale Transformation kann von kurz- bis langfristig zu Einsparungen von Zeit und Geld, zu mehr und vor allem glücklicheren Kunden und besseren Wettbewerbschancen führen.

Qonto bietet zudem zahlreiche Schnittstellen zu Partner-Angeboten. Welche Integrationen sind für Freiberuflerinnen und kleine Unternehmen besonders vielversprechend? 

Wir haben eine spezielle Plattform für Integrationen mit Partnerangeboten entwickelt: Qonto Connect! Mit um die 100 Integrationen haben wir derzeit das größte Partnernetzwerk im Markt. 

Qonto Connect funktioniert im Grunde so ähnlich wie ein App Store, über den unsere Kunden reibungslos ihr Qonto-Konto mit den Partnerangeboten verbinden können.

Für Freiberufler*innen sind insbesondere folgende Integrationen spannend: Freelance Tools, Accountable, DATEV, Lexoffice, Slack, Google Drive etc.

Nutzeroberfläche einer Qonto-Schnittstelle mit einem Geschäftskonto-Auszug und dem Bild einer  weibliche Steuerberatung
Mit Qonto Connect verkürzt du den Weg zu deiner Steuerberatung.

Eines deiner Interessenschwerpunkte ist das Stichwort: Weniger Bürokratie am Gründerstandort Deutschland. Was genau wünschst du dir von der aktuellen Bundesregierung? Was sind adäquate Maßnahmen, damit es wieder einen Gründer-Boom gibt?

Für Gründer:innen und Startups gibt es in erster Linie drei große Herausforderungen in Deutschland: 

Die richtigen Talente finden, ausreichend Finanzierung erhalten, und die oftmals umständlichen Behördengänge zur Gründung. 

Um Gründungen und Startups in Deutschland zu unterstützen, sollten meiner Meinung nach insbesondere an diesen Stellen eingegriffen werden:

➔ Talente: Mithilfe von regulativen Massnahmen könnte beispielsweise die Einstellung internationaler Talente weiterhin vereinfacht werden.

➔ Finanzierung: Die Situation für die Frühphasenfinanzierungen hat sich bereits massgeblich verbessert. Wenn es jedoch um fortgeschrittene Startups geht, gestaltet sich die Finanzierung in Deutschland etwas schwieriger. Dabei gilt es beispielsweise zu verhindern, dass Investoren von außerhalb der EU in erfolgreiche deutsche Scale-Ups investieren und somit die Wertschöpfung extrahieren.

➔ Volldigitale Gründung: Die größte Herausforderung für deutsche Gründer*innen ist derzeit die Gründung selbst. Dank der europäischen Richtlinie “eIDAS” wird die volldigitale Gründung jetzt möglich und ab August 2022 mit dem Gesetz zur Umsetzung der Digitalisierungsrichtlinie (DiRUG) in Deutschland umgesetzt. Zukünftig können Unternehmensgründungen demnach durch den Notar auch per Videoident-Verfahren umgesetzt werden.

Wie bewertest du den Erfolg der angekündigten Umsetzung zur Online-Gründung der GmbH? Ist das Verfahren zu Ende gedacht?

Es ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Allerdings wurden hier oft lediglich analoge Prozesse wie der Besuch beim Notar ins Digitale übertragen, anstatt den Gründungsprozess komplett neu zu denken. 

Eine Gründung in Deutschland wird weiterhin mehrere Tage dauern im Vergleich zu anderen Ländern wie Estland, wo dies sehr schnell gehen kann: mit 18 Minuten hält Estland derzeit den Weltrekord für  Online-Gründungen. 

Für mich ist es trotzdem eine sehr positive Entwicklung. Ein Zeichen, dass die deutsche Politik die Probleme erkannt hat. 

Bei Qonto kümmerst Du dich außerdem um das Thema Customer Centricity unter dem Slogan: Kundenzufriedenheit kommt von Mitarbeiterzufriedenheit. Was bedeutet das genau? Was rätst du Arbeitgebern, wie sie dieses Credo umsetzen?

Bei Qonto steht der Kunde immer im Zentrum: trotz unseres Wachstums halten wir die Kundenzufriedenheit hoch. Wir fragen uns ständig, wie wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden weiter eingehen können.

Um dorthin zu gelangen, stellen wir uns gegen das, was im System kaputt ist. Von innen. Das bedeutet, Teamwork statt Silos, Autonomie statt Gehorsam, Denken statt Routine, Kunden statt Prozesse zu verteidigen. Das bedeutet, dass sich unser gesamtes Unternehmensmodell um ein unschätzbares Element dreht: Menschen. 

Wir glauben, dass wir nur dann unsere Mission erfüllen können, wenn wir verstehen, was wir tun und warum wir es tun, und wenn jeder von uns die Arbeit als Gelegenheit zum Lernen sieht. Das ist unsere Kultur.

Im neuen ZANDURA-Webinar mit Qonto dreht sich alles um das Thema Stressfreies und schlankes Finanzmanagement für Selbstständige. Für wen ist das Webinar geeignet und was ist mein Mehrwert?

Unser Webinar ist für jeden interessant, der sich ein stressfreies und schlankes Finanzmanagement wünscht und lernen möchte, sich hier perfekt aufzustellen. Denn gerade Selbstständige stehen häufig vor der Herausforderung, Unternehmensausgaben und Kosten zu kontrollieren und zu optimieren. 

Gerade in Sachen Buchhaltung fehlt es vielen Selbstständigen häufig an den richtigen Tools, um Belege und Daten sicher zu verwalten und zu übertragen, so dass diese nicht mehr verloren gehen.

Wir zeigen im Webinar anhand von Praxisbeispielen, wie Unternehmen ihr Finanzmanagement intelligent aufstellen, hierbei Zeit sparen und Qonto ihnen eine ganzheitliche Lösung hierfür bieten kann. ➔ Hier kannst du am Webinar teilnehmen.

Digitalisierungstrends am Wirtschaftsstandort Deutschland

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Welche Schlüsselkompetenzen brauchen kleine Unternehmen deiner Meinung nach, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben?

Zum einen ist es für kleine Unternehmen wichtig, kundenzentriert zu sein. Dies ermöglicht Unternehmen, auf die sich schnell ändernden Bedürfnisse der Kunden einzugehen und so den Produkt-Markt-Fit und die Wettbewerbsfähigkeit beizubehalten. 

Dies bedeutet auch, dass kleine Unternehmen flexibel bleiben müssen und so attraktive Möglichkeiten (wie z.B. Partnerschaften) wahrnehmen können.

Schließlich ist es wichtig für kleine Unternehmen, dass sie Mitarbeitende einbinden, denn Innovation kommt von innen. Wenn Mitarbeiter jeden Tag besser sein wollen und das Gefühl haben, dass Verbesserungsvorschläge umgesetzt und vorangetrieben werden, dann hilft das der Wettbewerbsfähigkeit kleiner Unternehmen.

Stichwort: Future of Work in Krisenzeiten: Was können Unternehmen tun, um in Zeiten des Fachkräftemangels als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen zu werden?

Es gibt verschiedene Dinge, die Mitarbeitenden heute wichtig ist:

➔ Flexibilität: Insbesondere seit der Coronapandemie ist die Nachfrage nach Flexibilität stark gestiegen. Dabei helfen insbesondere das Angebot von remote Work (ganz, oder ein paar Tage im Monat) sowie flexible Arbeitszeiten.

➔ Weiterbildungs- und Aufstiegschancen: Arbeitnehmer*innen wollen sich in einer Welt, die sich ständig wandelt, permanent weiterentwickeln und fortbilden. Die Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden effektiv weiterentwickeln, können sie so an sich binden und ein loyales Team bilden. Zudem ist es wichtig, ihnen Einblicke in ihre Aufstiegschancen zu geben und ihnen dabei gezielt zu helfen.

➔ Unternehmenskultur und gemeinsame Aktivitäten: Wichtig ist es auch, den Zusammenhalt im Team zu fördern und das Wohl der Mitarbeiter:innen in den Vordergrund zu stellen. Dabei sind auch beispielsweise Themen wie die mentale Gesundheit immens wichtig.

➔ Vision: Um Mitarbeitende motivieren zu können, hilft es auch eine klare Vision zu teilen, sowie eine gemeinsame Mission an der alle mitwirken. Bei Qonto geht es uns z.B. darum, die Finanzlösung anzubieten, die das Leben von Selbstständigen und KMU maßgeblich vereinfacht.

➔ Perks und Equipment: Vielen Angestellten sind auch die weiteren Vorteile wichtig, die Unternehmen bieten - wie zum Beispiel Sportabos, das neueste Equipment uvm. 

Und zum Schluss ein kleiner Ausblick: Was sind deiner Meinung nach die drei wichtigsten Innovationen, Technologien oder Ideen, die in den kommenden 10 Jahren für Unternehmen wichtig werden?

1. Verknüpfung: In Zukunft wird alles verbunden sein, was sich verbinden lässt. Nicht nur in Bezug auf Geräte und Produkte, sondern auch in Bezug auf die Unternehmen und Räume, in denen wir leben und arbeiten. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihr Angebot mithilfe anderer Unternehmen erweitern können, um ihren Kunden so die besten Lösungen zu bieten.

2. Daten: Die enorme Steigerung von Rechenleistung und das “Internet of Things” tragen beide zur schieren Menge an Daten bei, die täglich generiert und analysiert werden können. Die gute Nachricht ist, dass Unternehmen diese Daten nutzen können, um bessere Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, Geschäftsprozesse zu verbessern, die Entscheidungsfindung zu verbessern und sogar neue Einnahmequellen zu erschließen. Unternehmen müssen sich jedoch auch der Risiken bewusst sein, die von Daten ausgehen, insbesondere in Bezug auf Datenschutz und -sicherheit. 

3. Klima: Die Klimakrise wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen, was auch Auswirkungen auf Unternehmen in Deutschland haben wird: Zum einen müssen sich Unternehmen gegen negative Folgen von Klimakatastrophen absichern. Zum anderen fragen sich Konsument:innen jedoch auch, welchen Einfluss / Klima-Fußabdruck die Unternehmen haben, bei denen sie kaufen. 

Schriftzug Qonto

Qonto vereinfacht das Finanzmanagement von Selbstständigen, Freiberuflern und Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Für seine innovative Banking-App wurde Qonto 2020 und 2021 mit dem FinTech Germany Award ausgezeichnet. ➔ Hier erfährst du mehr über digitales Banking mit Qonto

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Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

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