12.02.2021

Unternehmerstory Lignum Pictum: Philipp Riege & Franka Rißmann im Interview

Lignum Pictum, das sind nachhaltige, handgefertigte Smartphone-Halterungen. Philipp Riege & Franka Rißmann über ihren Start in die Selbstständigkeit. Vom Streaming in der Badewanne bis zum Tutorial im Bett, die smarten Halterungen von Lignum Pictum erleichtern den digitalen Alltag. Ein Interview über Einfallsreichtum und Entschlossenheit in Zeiten des Corona-Lockdown.

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Lignum Pictum Gründer Philipp Riege im Interview

Hallo Franka, Hallo Philipp! Schön, dass Ihr Zeit gefunden habt! Wie ist die Idee zu Lignum Pictum entstanden, wie fing alles an? 

Franka: Der ausschlagebene Impuls waren die ersten Wochen des anfänglichen Lockdowns, und die damit zusammenhängenden Telefonkonferenzen – Ich war es leid, mir stets wacklige Konstruktionen aus Büchern und Kaffeetassen zu bauen, um so mein Smartphone zu stabilisieren – darüber hinaus, hatte mein Onkel, der leidenschaftlich mit Holz arbeitet, bereits vor geraumer Zeit einen Ständer hergestellt, der diverse Sachen wie Postkarten, Briefe und eben auch Handys positioniert. In meiner anhaltenden Frustration mit täglichen Telefonkonferenzen, und wissend um Philipps Affinität zu Holz, bat ich ihn, einen Halter für mich zu entwerfen. 

Also bin ich in meine Werkstatt und habe etwas rumprobiert, gesägt und gefräst.

Philipp: Also bin ich in meine Werkstatt und habe etwas rumprobiert, gesägt und gefräst. Dabei habe ich gedacht, dass es schön wäre, wenn man sein Telefon nicht nur darin abstellen könnte, sondern es auch gleichzeitig laden könnte. So bin ich darauf gekommen eine zweite Fräsung auf der Unterseite hinzuzufügen, die als Kabelführung dient. Ich habe dann mehrere Prototypen gebaut. Franka wollte dann noch ein Farbiges haben. Wir fanden es dann selber so praktisch und optisch so ansprechend, dass Franka der Gedanke kam, dass man es doch vermarkten könnte. Wir haben also Kontakt zur Tischlerei Landgraf in Döbeln aufgenommen, die ich aus meiner Zeit in Dresden kannte. Die haben uns sehr unterstützt, um das Produkt serienreif zu machen. Über die Tischlerei Landgraf kam dann auch der Kontakt zum Lebenshilfewerk Annaberg e.V. zu Stande, wo die Halterungen produziert werden. 

Wie waren die anfänglichen Reaktionen auf die Idee in deinem direkten Umfeld?

Franka: Die anfänglichen Reaktionen waren überwiegend positiv. Einerseits überzeugte die hohe Funktionalität (im Besonderen die Ladefunktion und die Tatsache, dass die Halterung auch zum Streamen im Querformat verwendet werden kann), andererseits waren viele Freunde vom schlichten Design und von unserem Farbangebot begeistert. Was mich persönlich enorm freute, da wir gehofft haben auch einen ästhetischen Mehrwert für das Wohn-und Arbeitsfeld zu schaffen. 

Wer sind eure Zielgruppen?

Philipp: Die Zielgruppe ist groß, denn heutzutage hat jeder ein Smartphone oder ein Tablet, und jeder sollte irgendwann einen Smartphonehalter von Lignum Pictum haben. (lacht) Zusätzlich fokussieren wir uns auf Firmenkunden. Hier bieten wir Sonderfarben und die Gravur des Firmenlogos an, als Werbegeschenke oder Firmenpräsente.

Franka: Gerade in Zeiten von Homeoffice und der zunehmenden Digitalisierung wächst unsere Zielgruppe stetig. Unsere Halterung trifft glaube ich ganz gut den Nerv der Zeit. Für Firmenkunden ist der Halter auch eine interessante Alternative zu herkömmlichen Werbegeschenken wie Kugelschreiber oder Schlüsselband. 

Jede Woche entstehen Unternehmen, warum wird ausgerechnet Lignum Pictum ein Erfolgskandidat?

Lignum Pictum bedeutet übrigens „buntes/bemaltes Holz“ – und so setzen wir auf mehr Holz, mehr Nachhaltigkeit, und mehr soziale Inklusion. Wie Philipp bereits erwähnt hat, werden unsere Halterungen im Erzgebirge vom Lebenshilfewerk Annaberg e.V. gefertigt (einem Ort der Arbeit und Betreuung für Menschen mit Behinderung).

Franka: Ich glaube, dass sich in den letzten Jahren unser Verhältnis zum Massenkonsum und dessen fatalen Folgen deutlich verändert hat. Viele Menschen wollen “bewusster“ konsumieren und da kommt Lignum Pictum ins Spiel. Lignum Pictum bedeutet übrigens „buntes/bemaltes Holz“ – und so setzen wir auf mehr Holz, mehr Nachhaltigkeit, und mehr soziale Inklusion.

Wie Philipp bereits erwähnt hat, werden unsere Halterungen im Erzgebirge vom Lebenshilfewerk Annaberg e.V. gefertigt (einem Ort der Arbeit und Betreuung für Menschen mit Behinderung). Wir haben uns lange mit dem Thema Produktion und sozialer Inklusion auseinandergesetzt – mir persönlich war es wichtig die Arbeitsverhältnisse unserer Produktionsstätte zu kennen. Wir haben die Werkstatt mehrmals besucht, um uns ein ausführliches Bild von der potentiellen Zusammenarbeit machen zu können. Unsere Ansprüche an eine faire Produktion stimmten mit denen des Hilfewerks überein und wir sind froh, dass eine Korporation zu Stande gekommen ist. 

Ein fairer Umgang mit Menschen und der Natur, allein, ist vielleicht kein Erfolgsrezept, jedoch verfolgen wir eine Konsum-und Produktionsethik, die nicht nur unabdingbar ist, sondern mit der sich mehr und mehr Menschen identifizieren können. Unser holistischer Charakter hat zumindest unsere ersten Kunden begeistert, so verwenden wir ausschließlich Holz als CO2 neutraler Werkstoff, lassen die Produkte fair produzieren, und rücken selbst bei der Verpackung die Nachhaltigkeit in den Vordergrund. 

Philipp: Außerdem sind wir nicht auf Investoren angewiesen, und können daher frei bestimmen, unsere Werte beizubehalten, und nicht dem Profit zu opfern. Zudem ist die Anzahl der Produkte überschaubar, was uns erlaubt Lignum Pictum neben unserer beruflichen Tätigkeit* zu betreiben. Wir haben daher keinen Zeitdruck, und können langsam und organisch wachsen. Außerdem sind die laufenden Kosten gering, wir haben keine großen Lager oder Bürokosten und können (noch) aus dem Wohnzimmer heraus-operieren. 

*Anm. d. Red.: Philipp Riege ist hauptberuflich als Architekt tätig.

Welche Beratungen habt Ihr im Zuge der Gründung genutzt? Habt ihr einen Businessplan erstellt? 

Philipp: Wir haben hauptsächlich mit Leuten im privaten Umfeld gesprochen, von denen wir geglaubt haben, sie können uns weiterhelfen. Ein guter Freund von mir aus Dresden hat uns viele Tipps zum Thema Onlineshop gegeben, er hat vor einiger Zeit selbst einen Online-Weinhandel eröffnet, das Weinkombinat Hugel. Und die schon genannte Tischlerei Landgraf in Döbeln, die uns ebenfalls sehr geholfen hat.

Franka: Ich habe mit zwei Freunden, die sehr erfolgreich in den USA gegründet haben, gesprochen und so einen Crash-Kurs zum Thema Gründung erhalten. Viele Sachen haben wir aber auch einfach intuitiv entschieden. Der erste grobe Businessplan entstand noch an jenem Abend, an dem wir den Entschluss gefasst haben zu gründen.

Wie habt ihr euer Gründungsvorhaben finanziert?

Franka Rißmann von Lignum Pictum

Franka:

Die anfänglichen Kosten waren relativ überschaubar, so dass wir unser Vorhaben komplett selbst finanzieren konnten.

Glücklicherweise hatten wir bereits zum Anfang der Gründung einen ersten großen Auftrag für einen Firmenkunden. Wir konnten daher gleich produzieren lassen, ohne viel Eigenkapital nutzen zu müssen. 

Wie gestaltest Ihr euer Marketing? Was sind die Top-3-Marketing-Kanäle?

Franka: Um die Marketingkosten (zumindest ganz am Anfang) möglichst gering zu halten haben wir erstmal auf die altbewährte Mundpropaganda zurückgegriffen. Das klappt auch sehr gut. Um unsere Reichweite aber weiterhin zu vergrößern, sind wir jetzt auch auf Instagram und Facebook vertreten. Zudem nutzen wir Google Business und Google Analytics. Der Ausbau unserer Socialmedia-Kanäle steht ganz oben auf der Agenda für das Frühjahr 2021. Aber auch hier halte ich ein organisches Wachsen für wichtig.

Welche Tools bzw. Tricks nutzt Ihr, um im Unternehmeralltag Zeit zu sparen?

Franka: Meditation am Morgen, sonst ist der ganze Tag unstrukturiert. Ansonsten fokussieren wir uns auf unsere individuellen Stärken und teilen die Arbeit entlang dieser Stärken auf. Außerdem erstellen wir jede Woche gezielte To-DO Listen, um kleine wöchentliche Ziele zu realisieren. 

Lignum Pictum ist ein junges Unternehmen. Wo stehst Ihr im Moment und was sind die nächsten geplanten Schritte/Meilensteine?

Philipp: Ende Mai 2020 hatten wir die Idee, jetzt Anfang 2021 haben wir einen funktionierendenInternetshop, sind auf sozialen Medien vertreten, und die Produktionsabläufe funktionieren. Außerdem haben wir bereits einen ersten Geschäftskunden, der unser Produkt in seinen Merchandisekatalog aufnehmen möchte. Insgesamt sind wir sehr stolz auf das, was wir in der kurzen Zeit auf die Beine gestellt haben. 

Franka: Der nächste geplante Schritt ist der Ausbau unserer Social-Media-Kanäle, um unser Produkt zu etablieren, unter anderem durch Schaltung gezielter Werbung. Zusätzlich wollen wir die Akquise von neuen Firmenkunden vorantreiben. 

Wenn Ihr für euer Unternehmen einen Wunsch frei hättet, welcher wäre das?

Franka: Eine bunte Halterung auf jedem Kontinent. (lacht) Und definitiv nicht die Begeisterung am Schaffensprozess verlieren – den Zauber für das Neue beibehalten. 

Philipp: Keine leichte Frage...viele zufriedene Kunden auf jeden Fall!

Das wünschen wir Euch auch! Viel Erfolg und herzlichen Dank für eure Einblicke!

Smartphone-Halterung von Lignum Pictum

Detailansicht Lignum Pictum Smartphone Halterung

So erreichst du Franka und Philipp von Lignum Pictum

Lignum Pictum Logo

Lignum Pictum bietet nachhaltige handgefertigte Smartphone-Halterungen für den digitalen Alltag, hergestellt in Kooperation mit der Tischlerei Landgraf in Döbeln und dem Lebenshilfewerk Annaberg e.V.. Lignum Pictum ist Mitglied auf Zandura, die Plattform zur digitalen Neukundengewinnung

Kontakt zu den Gründern von Lignum Pictum kannst du außerdem jederzeit über die Website von Lignum Pictum herstellen. Eine Auswahl an Einsatzmöglichkeiten für die handgefertigten Smartphone-Halterungen siehst du im Profil von Lignum Pictum auf Instagram.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen schreibt im Magazin von Zandura über die wichtigsten News für Gründer und junge Unternehmen. Digitale Trends, Tipps für deine Marke, Gründungs- und Wachstumschancen erfährst du hier. Zuvor war Kathleen für Social Start-ups, Stiftungen und Digitale Plattformen redaktionell verantwortlich. Seit 2019 ist Kathleen Chefredakteurin von Zandura.

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